Arbeitsmarktpolitik vernichtet reguläre Jobs
04.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Vor allem das schwache Wirtschaftswachstum in den vergangenen fünf Jahren sei mit einem «beträchtlichen Abbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung verbunden» gewesen. Die Unternehmen reagieren den Angaben nach mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr auf eine sich abschwächende Wirtschaftslage.
Darüber hinaus sei die Entwicklung dadurch verstärkt worden, dass gerade jene Wirtschaftsbereiche gewachsen seien, in denen sich ein deutlicher Wandel hin zu Teilzeit, Geringfügigkeit und Selbstständigkeit vollzogen habe. Das IAB verwies dabei vor allem auf öffentliche und private Dienstleister.
Nach Ansicht der IAB-Experten trägt auch die aktive Arbeitsmarktpolitik zum Strukturwandel bei. So sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) kräftig geschrumpft. Dagegen gab es im vergangenen Jahr im Durchschnitt rund 340.000 nicht sozialversicherungspflichtige Ein-Euro-Jobs, 110.000 mehr als noch 2004. Die Rolle der Politik sei in diesem Punkt mehrdeutig: Einerseits fördere sie geringfügige Beschäftigung, andererseits beklage sie eine Aushöhlung der Sozialversicherungssysteme durch den Wegfall regulärer Arbeitsplätze. (nz)

