Arbeitslose sollen wieder auf die Straße gehen
02.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
So sei eine Großdemonstration gegen Sozialabbau am 14. Januar in Straßburg geplant. Verschiedene Initiativen, die sich in Deutschland zum Bündnis «Agenturschluss» zusammengeschlossen haben, wollen sich an der Demo im Nachbarland beteiligen. Eine ähnliche Veranstaltung werde im April in Deutschland stattfinden, sagte Grottian.
Alternativ schlug Grottian vor, die Bundesagentur für Arbeit (BA) aufzulösen. Ein Teil der Gesamtausgaben für Arbeitslosigkeit von 115 Milliarden Euro solle zur Schaffung gemeinnütziger Stellen verwendet werden.
Als Mindestsumme nannte Anne Allex vom Runden Tisch der Erwerbslosen- und Sozialhilfeorganisationen 850 Euro im Monat plus Wohnungskosten und Krankenversicherung. Allex sagte, Erwerbslose hätten seit Inkrafttreten der Reform teils mit Hunger, Krankheit und Frieren in der eigenen Wohnung zu kämpfen.
Als Beispiel für konkrete Verschlechterungen nannte Allex die Abschaffung von einzeln beantragten Sonderzahlungen etwa für Winterschuhe oder die Neuanschaffung eines Kühlschranks. Die Pauschale, die das ausgleichen soll, liege im Jahr bei Einzelpersonen um 600 Euro unter den früheren Summen.
Besonders empörend seien die Missbrauchsvorwürfe des früheren Arbeitsministers Wolfgang Clement (SPD) gewesen, sagte Guido Arnold vom Wuppertaler Sozialforum. Er sprach von Anwürfen «auf faschistoider Ebene». Dabei bezog sich Arnold auf ein Papier des Arbeitsministeriums, in dem das Wort «Parasiten» im Zusammenhang mit Empfängern von Sozialleistungen verwendet worden sei. (nz)

