27. Dez 2005 08:50
Die Wirtschaft ist auf kaufkräftige Nachfrage angewiesen, meint Wirtschaftsminister Glos. Deshalb dürfte in den kommenden Tarifrunden nicht allein das Shareholder-Value eine Rolle spielen.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat sich indirekt für höhere Lohnzuwächse in Deutschland ausgesprochen. «Die Menschen müssen für gute Arbeit gutes Geld verdienen und es dann auch ausgeben können», sagte der CSU-Politiker in einem Interview mit der «Bild».Grundsätzlich sei die Lohnfindung Sache der Tarifparteien. «Meines Erachtens sollten dabei aber nicht allein Kosten, Shareholder Value und Aktionärsinteressen eine Rolle spielen», betonte Glos. «Wesentliche Teile unserer Wirtschaft wie Einzelhandel und Handwerk sind auch auf kaufkräftige Nachfrage angewiesen.»
Die IG Metall will in den im Frühjahr beginnenden Tarifverhandlungen fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt fordern. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte diese Forderung jedoch vehement zurückgewiesen. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser schloss Entgelt-Erhöhungen unterhalb der Inflationsrate nicht aus. «Ob wir wirklich Reallöhne sichern können, wissen wir jetzt noch nicht», betonte er mehrfach.
Die deutsche Wirtschaft leidet seit mehreren Jahren unter einer schwachen Binnenkonjunktur. Während der Export seit mehreren Jahren boomt und zum größten Teil allein für das immer noch schwache Wirtschaftswachstum sorgt, ist der Konsum in Deutschland rückläufig. (nz)