netzeitung.deMetall-Chefs schließen Minusrunde nicht aus

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Martin Kannegiesser (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Martin Kannegiesser
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Die Metall-Arbeitgeber wollen vor März kein Gehaltsangebot für die kommende Tarifrunde vorlegen. Eine Diskussion allein über Zahlen helfe nicht weiter, meint Gesamtmetall-Chef Kannegiesser.

In der Metallbranche deutet sich eine harte Tarifrunde an. Nach der Forderung der IG Metall nach bis zu fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie hat der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Gegenangebot vorerst abgelehnt. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser schloss aber erneut Entgelt-Erhöhungen unterhalb der Inflationsrate nicht aus.

Damit würden die Beschäftigten der Branche real einen Einkommensrückgang verzeichnen. «Ob wir wirklich Reallöhne sichern können, wissen wir jetzt noch nicht», sagte Kannegiesser. Der Verteilungsspielraum belaufe sich auf maximal 1,2 Prozent. Zuletzt lag die Jahresinflationsrate aber bei etwa 2,3 Prozent.

«Ein Strauß von Themen»
Kannegiesser sagte, er habe nicht die Absicht, schon im Januar oder Februar ein Gegenangebot in Zahlen vorzulegen. Der jetzige Entgelt-Tarifvertrag ist zum 28. Februar kündbar, nach Ablauf der Friedenspflicht Ende März kann die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen. Die Tarifverhandlungen starten voraussichtlich Mitte Februar. Die Gewerkschaft wird ihre endgültige Forderung am 20. Januar beschließen.

Der Gesamtmetall-Präsident betonte, wichtig sei eine «kostenneutrale Lohnentwicklung». Mögliche Einkommensverbesserungen dürften die Lohnstückkosten nicht steigen lassen. Eine Diskussion allein über Zahlen helfe aber nicht weiter, sagte Kannegiesser. Der Arbeitgeberverband wolle mit der IG Metall stattdessen über «einen Strauß von Themen» sprechen. Dazu gehörten größere Spielräume für die Betriebe. Nach Ansicht von Gesamtmetall müssen Anreize zum Aufbau neuer Arbeitsplätze geschaffen werden.

IG Metall rechnet mit Streiks
Qualität und Produktivität seien bereits in vielen Ländern ebenso hoch wie in Deutschland, sagte Kannegiesser weiter. «Zunehmend wird es also eine Existenzfrage, wer dies jeweils zu den günstigsten Kosten machen kann.» Die IG Metall warf den Arbeitgebern ein Ablenkungsmanöver vor. Die Löhne seien nicht das Problem in Deutschland, sagte IG-Metall-Chef Jürgen Peters in Frankfurt.

In der Metall- und Elektroindustrie sei der Anteil der Löhne am Umsatz innerhalb von zehn Jahren von 24,5 auf 17,5 Prozent und damit auf einen historischen Tiefstand gesunken. «Arbeitsplätze entstehen in Deutschland wieder, wenn die Produktion durch eine Stärkung der Nachfrage in Deutschland stimuliert wird», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. In der «Welt» sagte Peters, er glaube, dass diese Tarifrunde «unkalkulierbar» und «nur im Konflikt lösbar» sei. (nz)