netzeitung.deIG Metall droht AEG mit Arbeitskampf

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Protest bei AEG in Nürnberg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Protest bei AEG in Nürnberg
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Das von Schließung bedrohte Nürnberger AEG-Werk wird bis Weihnachten kaum noch Hausgeräte fertigen. Die Trauer der Beschäftigten habe in Wut umgeschlagen, berichtete der Betriebsrat.

In dem von Schließung bedrohten AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg ruht die Produktion wahrscheinlich bis Weihnachten weit gehend. Nach Einschätzung von IG Metall und Betriebsrat wird dort bis zu den Festtagen kaum noch Ware produziert werden. Betriebsratschef Harald Dix sagte am Mittwoch, nach dem Beschluss der schwedischen Mutter Electrolux, das Werk Ende 2007 zu schließen, sei die Stimmung der Beschäftigten von Trauer in Wut umgekippt.

«Sie wollen nicht mehr arbeiten, sie wollen kämpfen», sagte Dix. Seit zehn Jahren habe die Belegschaft nur Verzicht geübt. «Nun ist Schluss mit lustig.» Am Mittwoch nahm weder die Früh- noch die Spätschicht die Arbeit auf, wie die IG Metall mitteilte. Die Gewerkschaft fordert für die 1750 Beschäftigten des Werks einen Sozialtarifvertrag, der die volle Bezahlung der Arbeitnehmer bis Ende 2010 sichert. Electrolux lehnte einen Sozialtarifvertrag kategorisch ab.

Auch andere Werke betroffen
Dix sagte, wenn in Nürnberg in den nächsten Tagen nicht mehr produziert werde, bekämen dies auch andere Electrolux-Standorte schnell zu spüren. So sei die Trocknerfertigung in Polen auf Teile aus dem Werk in der mittelfränkischen Metropole angewiesen. «Wenn Nürnberg steht, steht auch Polen», so Dix.

Wie der bayerische IG-Metall-Vorsitzende Werner Neugebauer erläuterte, fordert die Gewerkschaft neben der vollen Bezahlung der Arbeitnehmer bis Ende 2010 Vorruhestandsregelungen für Beschäftigte ab 53 Jahren sowie Abfindungen in Höhe von drei Monatslöhnen je Beschäftigungsjahr.

IG Metall droht mit Arbeitskampf
Neugebauer bezeichnete die Schließung des Werks als «ökonomisch nicht erforderlich». Electrolux argumentiert hingegen, in Nürnberg sei die Produktion von Waschmaschinen und Trocknern so teuer, dass sie mit Verlust verkauft werden müssen. Deshalb sollen die Geräte künftig an Standorten mit geringeren Löhnen gefertigt werden.

Neugebauer sagte weiter, die Forderungen würden noch in dieser Woche den Arbeitgebern übermittelt. «Wir sind bereit, ab sofort 24 Stunden am Tag zu verhandeln.» Sollte Electrolux aber Gespräche über einen Sozialtarifvertrag ablehnen, «sind wir schneller in einer Auseinandersetzung, als es sich die AEG je vorstellen kann». Dieses Szenario schließe eine Urabstimmung und einen folgenden Arbeitskampf ein. (nz)