netzeitung.deIG Metall droht mit Arbeitskampf

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Hartmut Meine (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Zwar beginnt die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie erst im Februar. Die Gewerkschaft kündigt aber bereits jetzt Streiks an.

Im Vorfeld der im Februar beginnenden Metall-Tarifverhandlungen droht die Gewerkschaft mit Streiks. Die IG Metall werde den Forderungen nach bis zu fünf Prozent Lohn mit Warnstreiks und notfalls auch mit regulären Ausständen Nachdruck verleihen, kündigte Hartmut Meine, Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen/Sachsen-Anhalt in der Hannoverschen «Neuen Presse» an.

Die bisherige Ankündigung der Arbeitgeber, die Löhne der Metaller um höchstens 1,2 Prozent erhöhen zu wollen, nannte Meine «völlig realitätsfremd». Die IG Metall will für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie bis zu fünf Prozent mehr Geld fordern. Am Montag hatte der Gewerkschaftsvorstand beschlossen, die Forderung den einzelnen Bezirken zur Annahme zu empfehlen.

«Falsches Signal»
Mit ihrem Entschluss gefährde die Gewerkschaft die «ohnehin schwache Konjunktur», kritisierte Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die IG Metall setze mit Forderungen nach fünf Prozent mehr Lohn «ein falsches Signal für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Deutschland», sagte Hundt der «Berliner Zeitung».

Die Tarifparteien müssten mehr denn je für den Erhalt der Wertschöpfung sorgen. «Dazu brauchen wir mehr Betriebsnähe und wir brauchen vor allem eine Absenkung unserer Arbeitskosten», meinte der Arbeitgeberpräsident weiter. Lohnsteigerungen, die über den Produktivitätszuwachs hinaus gingen, würden zu einer weiteren Verlagerung der Wertschöpfung aus Deutschland führen. Arbeitsplatzverluste würden die Folge sein, sagte Hundt.

«Nicht von dieses Welt»
Enttäuscht zeigte sich der Arbeitgeberverband Gesamtmetall. «Diese Forderung ist nicht von dieser Welt, das sind die üblichen Rituale», sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser im Fernsehsender Phoenix zu dem Gewerkschaftsbeschluss.

Für eine maßvolle Gehaltsanhebung plädierte der Volkswirt Peter Bofinger. «Unsere Produktivitätsentwicklung ist in etwa so wie in anderen Ländern, deshalb meine ich, zweieinhalb bis drei Prozent passt.» Bofinger ist Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung.

Ende Februar läuft der Lohn- und Gehaltstarifvertrag aus. Die Friedenspflicht endet am 28. März. Im Januar werden die Tarifkommissionen erneut über die Forderungsempfehlung der IG Metall beraten. Die endgültige Forderung wird dann am 20. Januar vom Vorstand beschlossen. Die Tarifverhandlungen beginnen im Februar. (nz)