Steuererhöhung löst Streit um Löhne aus
15.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Arbeitgebervertreter Kannegiesser reagierte damit auf Vorstöße der Gewerkschaften, angesichts der steigenden Steuern auch höhere Lohnforderungen in den kommenden Tarifrunden zu stellen.
Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die für 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte auch die Inflation deutlich steigen lassen wird. Der Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, geht davon aus, dass die Erhöhung zu einem Inflationsanstieg von einem Prozentpunkt auf dann möglicherweise bis zu drei Prozent führen wird.
Ähnlich äußerte sich auch das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Derzeit liegt die Inflationsrate in Deutschland bei 2,5 Prozent.
Die IG Metall will ihre konkrete Lohnforderung für die kommende Tarifrunde erst im Januar bekannt geben. Die Gewerkschaft sieht aber einen Verteilungsspielraum von vier Prozent. Unterstellt ist dabei eine Inflationsrate von zwei Prozent.
Kannegiesser betont demgegenüber, dass während der ersten zehn Monate des neuen Tarifvertrages noch die alten Mehrwertsteuersätze gelten sollen. Außerdem werde die Entlastung bei der Arbeitslosenversicherung die höhere Mehrwertsteuer in allen typischen Arbeitnehmergruppen der Branche unter dem Strich mehr als ausgleichen. Eine weitere Erosion der Wertschöpfung in Deutschland müsse verhindert werden, forderte er.
Momentan liegt das Zinsniveau im Euro-Raum bei zwei Prozent. Derzeit gib es im EZB-Rat noch keine einhellige Meinung, wann und wie schnell die Zinsen angehoben werden sollen. Die Inflationsrate in Euroland ist in den vergangenen Monaten deutlich über zwei Prozent der Zielmarke der Zentralbank gestiegen. Grund für die Entwicklung sind zum größten Teil die drastisch gestiegenen Energiepreise. Ein rasche Zinserhöhung durch die EZB würde die immer noch schwache deutsche Konjunktur zusätzlich belasten. (nz)

