Weitere Proteste in Frankreich angekündigt
Fabius sagte, die konservativen Regierungen seit 2002 hätten Einschnitte im sozialen Netz und den Renten vorgenommen sowie das Arbeitsrecht und den öffentlichen Dienst angegriffen. «Die Franzosen sind damit nicht einverstanden und sie sagen es», ergänzte der Politiker. Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton sagte dem Radio Europe-1, die Regierung bestehe nicht aus Autisten. «Wir hören die Sorgen der Franzosen.»
Seit dem Amtsantritt von de Villepin vor vier Monaten arbeite die Regierung mit Hochdruck an vielen Forderungen, die bei den Demonstrationen zu hören gewesen seien, fügte Breton an. Am Dienstag hatten nach Gewerkschaftsangaben 1,1 Millionen Menschen gegen die Arbeits- und Sozialpolitik der Regierung demonstriert. Die Polizei sprach von 470.000 Teilnehmern.
Nach dem landesweiten Streiktag hat sich die Verkehrslage inzwischen wieder normalisiert. Der Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT, François Chérèque, kündigte an, die Mobilisierung werde weitergehen. Er erwarte in den kommenden Tagen «deutliche Signale» von Seiten der Regierung und der Arbeitgeber, sagte Chérèque im RTL-Radio. Er wies darauf hin, dass die Beteiligung an den Protesten deutlich über der vom letzten Aktionstag im März gelegen habe.
Ähnlich wie sein Minister Breton hatte sich am Vorabend auch de Villepin selbst geäußert: «Ich höre die Botschaft der Franzosen», sagte er im Parlament. Er werde «unermüdlich für Beschäftigung und Sicherung der Kaufkraft kämpfen». Der Staat sei «gut beraten, an diesem 4. Oktober Demut zu beweisen und zu hören, was die Franzosen zu sagen haben». (nz)

