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Bulmahn gibt mehr Geld für Ausbildung

07. Sep 2005 08:59
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn
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Die Bundesregierung will Ausbildung in Wachstumsbranchen mit 100 Millionen Euro fördern, kündigt Bildungsministerin Bulmahn an. Für die Wirtschaft ist das unnötig – der Ausbildungspakt habe sich bewährt, meinen Handwerk und DIHK.

Die Bundesregierung will zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, um angesichts der Lehrstellenkrise in Deutschland für mehr Ausbildung zu sorgen. Schwerpunkt sei die Förderung in Wachstumsbranchen und Zukunftstechnologien, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Mittwoch in Berlin. Bis 2010 würden dafür weitere 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Bulmahn trifft am Mittwoch mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Vertretern der Wirtschaftsverbände zusammen, um eine Zwischenbilanz für den Ausbildungspakt zu ziehen. Darin hatte die Wirtschaft zugesagt, 30.000 zusätzliche Stellen zu schaffen. Bei dem Treffen wird auch über die nachträgliche Vermittlung von Lehrstellen nach Beginn des Ausbildungsjahres gesprochen.

DIHK: Zwei Prozent mehr Stellen

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Die Angaben zu fehlenden Lehrstellen differieren: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte zuletzt von knapp 145.000 mehr Bewerbern als offenen Lehrstellen gesprochen. Das sind erheblich mehr als vor einem Jahr. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rechnet sogar mit fast 300.000 Jugendlichen in Deutschland, die derzeit nach einer Lehrstelle suchen.

Dagegen nannte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, der Nachrichtenagentur dpa eine Zahl von 250.271 neuen Ausbildungsplätzen, die sein Verband bis Ende August registriert habe. Das seien knapp 5500 oder gut zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu 2003 ergebe sich sogar ein Zuwachs um sechs Prozent, betonte Braun.

Handwerk sieht Plan übererfüllt

Handwerkspräsident Otto Kentzler
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«Wir sind zuversichtlich, dass der Ausbildungspakt auch im zweiten Jahr wirkt», sagte Braun. Die Wirtschaft hatte den Pakt angenommen, um eine gesetzliche Hilfe durch Umlagefinanzierung für ausbildende Betriebe zu verhindern. Das Ziel von 30.000 neuen Lehrstellen werde auch in diesem Jahr übererfüllt, gab sich Braun zuversichtlich. Bislang sei ein Wert von 27.800 erreicht. Er verwies zudem auf 20.500 neu ausbildende Firmen in diesem Jahr.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, wies den Vorwurf zurück, Handwerker würden zu wenig ausbilden. Die Branche habe trotz schwächerer Konjunktur in diesem Jahr schon 12.000 neue Lehrstellen geschaffen, sagte er der in Chemnitz erscheinenden «Freien Presse». Damit liege das Handwerk bereits um 2000 Stellen über dem im Ausbildungspakt vereinbarten Ziel.

Kentzler betonte, die Unternehmen würden stets mehr ausbilden, als sich aus den Statistiken der BA im Sommer ablesen lasse. Er verwies auf noch unbesetzte Stellen in Handwerksberufen wie Bäcker und Fleischer, aber auch im Verkauf. (nz)

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