Tausende Lehrstellen fehlen: 

netzeitung.deBis zu eine Million Jugendliche auf Jobsuche

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Auszubildende in Deutschland (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auszubildende in Deutschland
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Die Lehrstellenlücke ist im August deutlich höher als noch im Jahr zuvor. Die IG Metall hält eine Million Jugendlich für praktisch arbeitslos.

Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass knapp 300.000 Jugendliche in Deutschland eine Ausbildungsstelle suchen.«Bis zu 295.000 Jugendliche erwartet eine düstere Zukunft, sie werden keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten», sagte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke in Berlin. Der Gewerschafter forderte eine Ausbildungsumlage, um ausbildende Unternehmen zu unterstützen.

Die IG Metall hält derzeit sogar eine Million Jugendliche unter 25 Jahren für perspektivlos: So seien 600.000 Jugendliche arbeitslos, weitere 400.000 nähmen berufsvorbereitende Angebote in Anspruch, rechnte IG-Metall-Vorstandsmitglied Erwin Vitt vor. Die Anteil der ausbildenden Betriebe sei mit 23,4 Prozent auf einem historischen Tief angelangt. «Wer da von einem erfolgreichen Ausbildungspakt spricht, lebt in einer anderen Welt», sagte Vitt.

Angespannter Lehrstellenmarkt
Hintergrund sind die Zahlen zum Lehrstellenmarkt, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg vorgestellt hat. Demnach ist die Lage am Lehrstellenmarkt gegenüber dem Vorjahr deutlich schwieriger geworden. Wie die BA mitteilte, ist die Lücke zwischen bei der Behörde gemeldeten offenen Lehrstellen und der Zahl der registrierten Bewerber mit 144.700 deutlich höher als noch im Jahr zuvor.

Die Lage auf den Ausbildungs-Stellenmarkt sei «angespannter als im Vorjahr», hieß seitens der BA. Die Behörde betonte aber zugleich, dass von der rechnerischen Lücke nicht auf die Zahl fehlender Ausbildungsplätze geschlossen werden könne. Das neue Ausbildungsjahr startet am 1. September. Die Bundesagentur geht davon aus, dass Ende September noch 30.700 Lehrstellen fehlen werden.

Ausbildungspakt hilft
Die schwierige Lage am Lehrstellenmarkt ist nach Angaben der Behörde auch auf ein rückläufiges Angebot aus dem Handwerk zurückzuführen. Der Deutsche Handwerkskammertag meldete demnach 76.500 abgeschlossene Ausbildungsverträge – 4,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) meldete dagegen mit 204.700 insgesamt 1,4 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr.

Die BA lobte in diesem Zusammenhang auch den zwischen der rot-grünen Bundesregierung und der Wirtschaft geschlossenen Ausbildungspakt. Im vergangenen Jahr sei «im so genannten fünften Quartal von September bis Dezember die rechnerische Lücke noch um 66 Prozent» abgebaut worden. Die Wirtschaft hat sich im Rahmen des Paktes verpflichtet, jeden Jugendlichen mit einem Ausbildungsplatz oder zumindest mit einem Praktikum zu versorgen. (nz)