Merkel will bessere Berufschancen für Frauen
24.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mütter zeichnen sich durch Nervenstärke, Flexibilität und Improvisationsfähigkeit aus, meint Kanzlerkandidatin Merkel. Männer müssten in «Managerkursen ins Nordmeer fahren», um Ähnliches zu erleben.
Die Kanzlerkandidatin der Union, Angela Merkel (CDU), will die beruflichen Karrierechancen von Frauen verbessern. «Ich bin sehr dafür, dass wir uns von unseren starren Karriere-Strukturen verabschieden», sagte Merkel der Fernsehzeitschrift «Bildwoche».
«Bei uns herrscht die Vorstellung, wenn jemand bis Mitte 40 nicht mindestens diese oder jene Stufe der Karriereleiter erklommen hat, ist der Zug für Spitzenjobs abgefahren», fügte die CDU-Chefin hinzu. Frauen, die zum Beispiel erst zwei Kinder erziehen, starteten beruflich später durch. Sie würden somit «durch das zu sehr auf männliche Karrieren ausgelegte Raster fallen». Das müsse überwunden werden, forderte die CDU-Chefin.
Männer fahren ans Nordmeer Wie Merkel weiter sagte, würden sich Mütter durch Nervenstärke, Flexibilität, Organisations-, Improvisations- sowie Konzentrationsfähigkeit und Spontaneität auszeichnen. «Dafür müssen manche Männer auf einen Managerkurs ins Nordmeer fahren, um ähnliche Bewährungsproben zu erleben, wie sie eine Frau jeden Tag zu Hause erlebt.» Merkel forderte zudem, dass sich die Rolle der Väter in der Gesellschaft verändern müsse.
Bescheidene PläneDie CDU-Chefin äußerte sich allerdings nicht dazu, wie sie die berufliche Situation von Frauen verbessern will. Das Wahlprogramm der Union nimmt sich mit Blick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eher bescheiden aus. Im Falle eines Wahlsieges im September soll der Steuerfreibetrag je Kind erhöht werden. Zudem sollen die Länder den Ausbau der Kinderbetreuung forcieren.
Am Mittwoch hatte sich bereits DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer für ein Gleichstellungsgesetz ausgesprochen, welches die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern sicherstellt. Außerdem unterstützt Engelen-Kefer das von der rot-grünen Regierung geplante Elterngeld, welches den Lohnausfall in der frühen Erziehungsphase ausgleichen soll. (nz)