DGB-Vize fordert Gleichstellungsgesetz
24.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Frauen seien im Erwerbsleben gegenüber Männern noch immer klar benachteiligt, konstatierte Engelen-Kefer. Im Schnitt erhielten Frauen 25 Prozent weniger Gehalt als Männer. Über 85 Prozent der Teilzeitbeschäftigten und zwei Drittel der Mini-Jobber seien Frauen.
Die Gewerkschafterin übte im Zuge dessen Kritik an den Wahlprogrammen der großen Parteien: Sie warf der SPD vor, keine klaren Aussagen zur Gleichstellung von Frauen in ihrem Programm zu treffen. Bei CDU und CSU spiele das Thema «überhaupt keine Rolle». Engelen-Kefer forderte die Union dazu auf, ihre Blockadehaltung beim Antidiskriminierungsgesetz aufzugeben. Denn damit könne man etwa gegen eine «Lohn-Diskriminierung» von Frauen vorgehen.
Lobende Worte fand sie zudem für das von der rot-grünen Regierung geplante Elterngeld: Dabei käme es nicht zu einem «so starken Einkommensabfall wie derzeit», wenn Mutter oder Vater wegen der Kindererziehung aus dem Beruf zeitweise aussteigen, hatte sie am Morgen der ARD gesagt.
Zwar hatte sich auch Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) für bessere Karrierechancen von Frauen ausgesprochen. Allerdings äußerte sie sich nicht, wie sie dies erreichen will. Das Wahlprogramm der Union sieht zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf lediglich einen höheren Steuerfreibetrag für Kinder vor. Zudem soll der Ausbau der Kinderbetreuung in den Ländern forciert werden. (nz)

