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Drucker drohen mit Streik im Wahlkampf

31. Mai 2005 16:18, ergänzt 19:54
Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke
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Die zähen Tarifverhandlungen für die deutsche Druckindustrie sind am Dienstag erneut ohne Ergebnis vertagt worden. Verdi hatte zuvor mit Streik gedroht.

Die bereit seit eineinhalb Jahren laufenden Tarifverhandlungen in der Druckindustrie sind am Dienstag erneut ohne Annäherung vertagt worden. Das teilten die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber am Abend in Frankfurt am Main mit. Die Tarifparteien wollen dort erneut am 14. und 15. Juni zusammenkommen - zur 15. Gesprächsrunde.

Zuvor hatte Verdi gedroht, die Zeitungen durch einen Streik der Drucker nicht nur während des Wahlkampfes, sondern auch während der Fußball-WM in Deutschland im kommenden Jahr zu blockieren. Ein Ausstand sei auch «am Wahltag» möglich, «wenn die Arbeitgeber stur bleiben», sagte Verdi-Verhandlungsführer, Frank Werneke, der «Frankfurter Rundschau» (FR), wie das Blatt am Dienstag berichtete. «Die Kollegen sind arbeitskampffähig und –bereit», sagte Werneke, «und zwar jetzt genau so wie Anfang 2006».

Bereits seit November 2003 liegen die Forderungen beider Seiten auf dem Tisch: Währende die Gewerkschaft 3,7 Prozent mehr Geld und die Beibehaltung der 35-Stunden-Woche fordert, wollen die Arbeitgeber längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Der Samstag soll zum regulären Arbeitstag erklärt werden. Insgesamt soll das Lohnniveau durch Kürzungen etwa beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld gesenkt werden.

Unversöhnliche Positionen

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Im «FR»-Interview beharrte Verdi-Verhandlungsführer Werneke darauf, die Arbeitszeit dürfe keinesfalls verlängert werden. Er argumentierte, dass die Produktion der Branche derzeit stagniere, während die Produktivität gleichzeitig steige. «Die Unternehmen stellen die gleiche Menge an Druckerzeugnissen mit immer weniger Beschäftigten her», sagte er. Längere Arbeitszeiten müssten daher unweigerlich zu Personalabbau führen.

Der ebenfalls von der «FR» interviewte Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Pütz, widersprach dem. «Druckereien in Süd- und Osteuropa produzieren viel preiswerter als wir», sagte er dem Blatt. «Deshalb verlieren wir Aufträge.» Daher müssten die hiesigen Betriebe billiger produzieren können, «und das können wir durch längere Arbeitzeiten ohne zusätzliche Bezahlung», argumentierte Pütz. Er stellte klar, dass die Arbeitgeber ihr Forderungspaket nicht wie von Verdi gefordert aufschnüren würden. Zugleich betonte er, die von seiner Seite geforderten Änderungen sollten nur für Neueinstellungen und keinesfalls für die Bestandsbelegschaft gelten.

Warnstreiks könnten in Ausstand münden

Die neue Tarifrunde wurde bereits von Warnstreiks begleitet. Damit hatte Verdi bereits in der vergangenen Woche gedroht, sollten die Arbeitgeber nicht zu Zugeständnissen bereit sein. Die Friedenspflicht lief bereits im April aus. Verdi-Verhandlungsführer Wernecke drohte in der «FR» mit einer möglichen Urabstimmung und sagte, die Gewerkschaft könne «die Auseinandersetzung sehr, sehr lange führen». (nz)

 
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