netzeitung.deSPD warnt vor Scheitern des Ausbildungspakts

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Auszubildende in der Ausbildungsstätte der Siemens AG. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auszubildende in der Ausbildungsstätte der Siemens AG.
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Die Drohung der Wirtschaft, die Kapitalismuskritik könnte den Ausbildungspakt gefährden, stößt bei der SPD auf Unverständnis. DIHK-Chef Braun solle nicht «Öl ins Feuer» gießen, sagte Fraktionsvize Kressl der Netzeitung.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, hat die Wirtschaft vor einem Scheitern des Ausbildungspakts gewarnt. Die Industrie- und Handelskammern träten «sehr engagiert» für den Pakt ein, sagte sie der Netzeitung. «Und ich fände es fatal, wenn Herr Braun Öl ins Feuer gießt.»

Ludwig Georg Braun, Präsident des Dachverbands Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), hatte zuvor als Konsequenz aus der Kapitalismuskritik mit einem Scheitern des Ausbildungspakts gedroht. Wer sich zu Unrecht angeklagt fühle, sei für eine Ausbildung über Bedarf kaum zu gewinnen. Es zeige sich, dass die von SPD-Chef Franz Müntefering angestoßene Debatte die Akquisition neuer Ausbildungsplätze erschwere.
Kressl sieht sachliche Debatte
Kressl hingegen mahnte Braun, nicht vertragsbrüchig zu werden. Der Ausbildungspakt sei unterschrieben und gelte für drei Jahre. «Deshalb erwarte ich von der Wirtschaft, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um ihn einzuhalten», betonte die SPD-Politikerin.

Zugleich wandte sich Kressl gegen Brauns Forderung, zur erfolgreichen Fortsetzung des Paktes «zur Sachlichkeit zurückzukehren». Sie sehe «nicht, dass wir die Debatte nicht versachlicht» hätten, sagte sie. Müntefering habe überdies «immer unterschieden» zwischen denjenigen Unternehmern, «die sich engagieren und denjenigen, die nur auf die Rendite schauen».

Im Rahmen des Nationalen Ausbildungspakts hat sich die Wirtschaft verpflichtet, jährlich 30.000 neue Ausbildungsplätze und 25.000 Plätze für so genannte betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQJ) bereitzustellen.


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