Fußfessel für Langzeitarbeitslose?:
Aufregung um Forderung nach Fußfessel für Langzeitarbeitslose
27.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Wagner sagte laut einer im Internet veröffentlichten Pressemitteilung seines Hauses wörtlich: «Die Fußfesselträger werden zu einer für ihre Verhältnisse hohen Selbstdisziplin und zur Erfüllung des ihnen vorgegebenen Wochenplans angehalten. Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden.»
Das Aktionsbündnis «Soziale Gerechtigkeit - Stoppt den Sozialabbau» in Leipzig zeigte sich empört über die Aussagen des hessischen Justizministers. «Wir halten die Aussage für einen Skandal», sagte Michaela Ziegs vom Aktionsbündnis am Mittwoch.
Nachdem das Leipziger Aktionsbündnis die Äußerungen heftig kritisiert hatte, versuchte das Justizministerium in Wiesbaden zu beschwichtigen. Es handele sich um ein «großes Missverständnis», sagte Sprecher Stefan Fuhrmann der Netzeitung. Das Zitat sei «aus dem Zusammenhang gerissen». Denn die gesamte Pressemitteilung, die das Ministerium am 10. März herausgegeben hatte, drehe sich ausschließlich um die elektronische Fußfessel für Straftäter. So sei auch die Passage über die Langzeitarbeitslosen zu lesen: «Die Äußerung bezieht sich selbstverständlich nur auf straffällig gewordene Langzeitarbeitslose.»
Daher sei es falsch, dass Justizminister Wagner den Einsatz der Fußfessel generell für Langzeitarbeitslose gefordert habe, sagte Fuhrmann. Warum Wagner bei seinen Ausführungen nach den Hinweisen auf die Straftäter noch speziell auf straffällig gewordene Langzeitarbeitslose einging, geht aus den Ergänzung vom Mittwoch nicht hervor.
Für das Web ediert von Matthias Breitinger

