Auf Jobmessen sind junge Akademiker gefragt
15. Apr 2005 08:51
 |  Jobmesse in Köln | Foto: Absolventenkongress |
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Jobmessen bieten Bewerbern den direkten Zugang zu den jeweiligen Personalchefs. Dabei sind Experten zufolge aber vor allem frische Hochschulabsolventen gefragt.
Mit über 200 Veranstaltungen pro Jahr sind die Jobmessen ein stabiles Standbein der Jobvermittlungsbranche in Deutschland. Hier treffen sich Vertreter von Firmen an Messeständen mit jungen Akademikern, die auf Stellensuche sind. Dabei werden Recruiting-Messen und Kontakt- bzw. Informations-Messen unterschieden.Auf Recruiting-Messen wird von der Industrie gezielt zukünftiges Personal gesichtet und für Stellen ausgewählt. Informations-Messen bieten eher eine Plattform, um die Qualität eines Jahrgangs zu testen und um Interessenten das eigene Unternehmen näher zu bringen. Zu allen Messen gehören Serviceangebote, wo sich alles um die perfekte Bewerbung dreht. Hier werden Lebensläufe geprüft, Anschreiben geübt und Präsentationsstrategien vermittelt.
Nutzen durch persönlichen Kontakt
«An einem Tag mit Repräsentanten verschiedener Firmen zu sprechen und seine Berufswünsche spezifisch mit Jobprofilen, Anforderungen und Schwerpunkten abzugleichen», sei der entscheidende Vorteil dieser Veranstaltungen, sagt Oliver Nitsch von der Jobmesse Connecticum im Gespräch mit der Netzeitung. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Bewerbung nicht auf einem Stapel, sondern direkt in der Hand des Personalchefs landet. Für die Jungakademiker sinke der Bewerbungsfrust durch den unmittelbaren Kontakt mit den Personalmanagern, weil direkt am Stand Details zum Job besprochen und verhandelt werden können. Der Bewerber könne sogar zukünftige Kollegen von ihrer alltäglichen Seite kennen lernen, so Kathrin Pommer von der Jobmesse Absolventenkongress. Sie rate deshalb den Arbeitgebern, immer auch Vertreter der Fachabteilungen mitzubringen, in denen die Bewerber später arbeiten werden.
Jobmessen haben aber nicht nur für Bewerber Vorteile, sondern auch für Unternehmer. Die Industrie hat Nitsch zufolge erkannt, dass der persönliche Eindruck eines Bewerbers jeder noch so professionellen Mappe vorzuziehen ist. Der Selektionserfolg für den Personalchef sei auf einer Messe höher als im Firmenbüro.
Information kommt vor Präsentation
Besonders wichtig sei es für den Bewerber, sich vorab einen genauen Einblick über eine Firma und deren Stellensituation zu verschaffen, sagt Pommer vom Absolventenkongress. Zudem sollte schon vor der Jobmesse ein konkreter Termin mit dem jeweiligen Gesprächspartner vereinbart werden. Gesprächsthemen sollten dann vor allem die eigenen Qualifikation und Motivation sein. Zum Gespräch vor Ort sollte der Interessent eine vollständige Bewerbungsmappe mit Anschreiben sowie eine konkrete Darstellung der gewünschten beruflichen Perspektiven mitbringen. Wichtig ist außerdem ein angemessenes Erscheinungsbild: Pommer rät, wie zu einem Bewerbungsgespräch oder dem ersten Arbeitstag zu erscheinen. Je konkreter Arbeitszusammenhänge, Wissen und Fähigkeiten besprochen werden, desto größer die Chancen für den Bewerber.
Frische Akademiker sind gefragt
Für Jobsuchende jenseits der Dreißig sind Messen allerdings weniger geeignet. Zwar seien die Chancen für erfahrene Arbeitskräfte mit akademischem Abschluss zur Zeit nicht schlecht, erklärt Organisator Nitsch. Das Hauptaugenmerk der Industrie liege jedoch auf den «frischen Hochschulabgängern». Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, sowie Nachwuchsingenieure und Naturwissenschaftler würden am stärksten umworben, so Nitsch weiter.
Für das Web ediert von Axel Leu