Auf ein Job-Angebot kommen 500 Bewerber
12. Apr 2005 08:28
 | Bewerberin beim Vorstellungsgespräch | Foto: dpa |
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In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ist bei der Stellensuche viel Eigeninitiative nötig. Experten halten Stellengesuche für ein effektives Mittel.
Von Axel LeuWer auf Stellenanzeigen in Tageszeitungen reagiert, bewirbt sich Personalmanagern zufolge im Durchschnitt mit 300 bis 500 Konkurrenten. Deshalb ist bei der Stellensuche vor allem Eigeninitiative gefragt. Personalberaterin Margit Mehnert von Selecteam rät Betroffenen, «alle Wege zu gehen».
Stellenausschreibungen in Zeitschriften oder Online-Jobportalen können dabei ebenso zum Ziel führen wie Initiativbewerbungen oder Stellengesuche. «Pauschalisieren lässt sich da gar nichts», sagt die Personalberaterin im Gespräch mit der Netzeitung.
Eine Frage des Alters
Bewerbern, die über 50 Jahre alt sind, empfiehlt Mehnert allerdings, mehr auf persönliche Kontakte und Initiativbewerbungen zu setzen. Bei Stellenausschreibungen habe diese Zielgruppe geringere Chance, weil viele Konkurrenten jünger und damit attraktiver für die Arbeitgeber seien. Bei so genannten Initiativ- oder Blindbewerbungen bewirbt man sich bei Firmen der gewünschten Branche für eine spezielle Position, ohne dass diese offiziell Mitarbeiter suchen. Dabei müsse sich der Bewerber bewusst sein, welche Fähigkeiten und Erfahrungen er mitbringt, hebt Personalberaterin Mehnert hervor: «Er muss ganz gezielt auf die Bedürfnisse des Unternehmens eingehen.»
Um die interessante Unternehmen ausfindig zu machen, bieten sich sowohl Branchenbücher und Fachzeitschriften als auch Anschriftenverzeichnisse von Handelskammern oder Wirtschaftsverbänden an. Aussichtslos seien Blindbewerbungen nicht, schreiben Manfred Zeidler und Rudolf Marten in ihrem Ratgeber «Die häufigsten Bewerbungsfehler»: «In vielen Firmen besteht schon längere Zeit ein Bedarf in bestimmten Arbeitsgebieten, bis aktiv mit Stellenangeboten nach neuen Mitarbeitern gesucht wird.»
Ein Stellengesuch erreicht viele Leute
Statt nach Stellen und passenden Unternehmen zu suchen und mit hunderten anderen Jobsuchenden zu konkurrieren, können Bewerber den Spieß auch einfach umdrehen: Personalberaterin Mehnert hält das Stellengesuch für «ein sinnvolles Mittel». Stellengesuche würden sowohl von den meisten Personalberatungen gelesen als auch von einigen Firmen. «Damit erreicht man viele Leute bei verhältnismäßig geringen Kosten», so die Expertin.Für Arbeitslose besteht die Möglichkeit, ein Stellengesuch kostenlos zu schalten. Die Arbeitsagenturen veröffentlichen das Suchprofil in ihrer Zeitschrift «Markt und Chance», die zwei Mal im Monat erscheint und an Arbeitgeber verteilt wird. Gleichzeitig werden die Stellengesuche auch im Internet veröffentlicht, wie Uwe Mählmann, Pressesprecher bei der Arbeitsagentur Berlin-Süd, erläutert.
Mit Zeitarbeit in den ersten Arbeitsmarkt
Je nach Branche seien auch Zeitarbeitsfirmen eine Erfolg versprechende Variante. Nach Ansicht von Personalberaterin Mehnert «sind sie vor allem für gewerbliche Arbeitnehmer ratsam», also Beschäftigte im Einzelhandel oder in Dienstleistungsberufen, etwa in der Gastronomie. Sie eröffnen Arbeitslosen die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt, was in eine anschließende Übernahme münden könnte.Weniger ratsam hingegen seien private Arbeitsvermittler, sagt Mehnert. Dort würden die Bewerbungsunterlagen mehrfach kopiert. Der Bewerber wisse dann nicht, «wo seine Unterlagen herumschwirren». Dadurch bestehe nämlich die Gefahr, dass diese mehrfach auf dem Tisch von Arbeitgebern landen, warnt Mehnert: «Das macht dann natürlich einen schlechten Eindruck.»