netzeitung.deLage am Ausbildungsmarkt verschlimmert

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BA-Vize Heinrich Alt (Foto: BA<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe BA-Vize Heinrich Alt
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Zahl der Lehrstellen ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Ausbildungsjahres deutlich gesunken. Die IG Metall zeigte sich enttäuscht angesichts der Zwischenbilanz.

Die Situation auf dem deutschen Lehrstellenmarkt hat sich verschlechtert: Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, sank die Zahl der Lehrstellen in den ersten sechs Monaten nach Beginn des Ausbildungsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 339.000.

Der stellvertretende Chef der BA, Heinrich Alt, zeigte sich mit der Bilanz des laufenden Ausbildungsjahres «nicht zufrieden». Die Behörde rechnet im Herbst erneut mit einer Lehrstellen-Lücke. Allerdings äußerte Alt seine Hoffnung, dass der zwischen Bundesregierung und Wirtschaft ausgehandelte Ausbildungspakt die Ausbildungsplatz-Lücke gegenüber dem Vorjahr verringere.

«Nur Luftblasen»
Nach Angaben der BA standen im März fast 171.000 freien Ausbildungsstellen 330.000 noch nicht vermittelte Bewerber gegenüber. Die rechnerische Lücke zwischen unbesetzten Ausbildungsplätzen und nicht vermittelten Bewerbern liege bei knapp 160.000. Sie sei damit um 8000 geringer als vor einem Jahr, hieß es weiter.

Die IG Metall bedauerte angesichts der weiterhin angespannten Lage den Verzicht auf eine Ausbildungsabgabe für die Wirtschaft: Dies sei ein Fehler gewesen, sagte IG-Metall-Vorstand Erwin Witt am Donnerstag. Er gehe nicht davon aus, dass die Wirtschaft noch genügend Ausbildungsplätze in diesem Jahr zur Verfügung stellen könne. Die Versprechen der Wirtschaft seien «nur Luftblasen» gewesen, fügte er hinzu.

Nur ein Zwischenstand
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wies die Kritik der IG Metall indes zurück. Die Zahlen seien lediglich eine Zwischenbilanz. Die Metall- und Elektroindustrie habe im vergangenen Jahr 67.000 Lehrlinge neu eingestellt. Damit sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um zwei Prozent gestiegen. Für rund 3,3 Milliarden Euro bilde die Branche derzeit 187.000 jungen Menschen aus, teilte der Verband weiter mit. (nz)