Ich-AG-Abbrecher mehrheitlich erneut arbeitslos
16.02.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Untersuchung beruht allerdings auf einer sehr dünnen Datengrundlage. Insgesamt wurden die Angaben von 643 Abbrechern ausgewertet. Der Studie zufolge werden von den insgesamt rund 268.000 staatlich geförderten Ich-AGs inzwischen rund 18 Prozent nicht mehr unterstützt. Das bedeute aber keinesfalls, dass dieses knappe Fünftel komplett gescheitert sei, betonte der Autor der Studie, Frank Wießner, im Gespräch mit der Netzeitung. So würden etwa Anschlussanträge auf Weiterförderung vielfach erst später gestellt, so dass sich eine Erfassungslücke ergebe. Rund 4,5 Prozent aller nicht mehr Geförderten führt außerdem die Selbstständigkeit ohne staatliche Unterstützung weiter.
IAB-Gründungsexperte Wießner betonte, dass sich Erfolg oder Misserfolg der Ich-AG-Förderung «heute noch nicht seriös beurteilen» lasse. Schließlich betrage die Förderungshöchstdauer drei Jahre, so dass noch einige Firmen gefördert werden, die bereits von Anfang an im Programm dabei waren. Seine Studie über Abbrecher erhelle aber «einige Teilgeschehen des Gründergeschehens». So habe er etwa herausgefunden, dass ein Drittel der Abbrecher Schulden aus der Ich-AG-Gründung haben. Bei drei Viertel von ihnen liegen sie demnach aber unter 5000 Euro.
Ein zentrales Problem für die neuen Unternehmen ist laut der Studie das schlechte Marketing. Die Gewinnung neuer Kunden und Aufträge sowie die Durchdringung des Marktes seien «die größte Hürde für alle Newcomer», heißt es in der Studie. Fast so schwer wiegend seien Finanzierungsprobleme: Da die Ich-AG-Gründer aus der Arbeitslosigkeit heraus starteten, gebe es über das normale Maß hinaus Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Fremdkapital in Form von Darlehen. (nz)

