Gewerkschaften, Kirchen und Verbände haben Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zu mehr Anstrengungen gegen die Arbeitslosigkeit aufgerufen. «Clement sollte alle Verantwortlichen an einen Tisch bringen: Regierung, Zentralbank, Arbeitgeber und Gewerkschaften», sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, der «Bild am Sonntag» (BamS). Die Gewerkschaften seien dabei, wenn «alle ernsthaft darüber reden, wie wir in diesem Land wieder neue Jobs schaffen können», sagte Sommer weiter. Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger rief Clement dazu auf, Arbeitgeber und Gewerkschaften zu einer «konzertierten Aktion» zusammenzurufen. Dabei müssten auch die so genannten 400-Euro-Jobs noch einmal überprüft werden, weil sie es «für die Unternehmen attraktiv machten, reguläre Arbeitsplätze in Minijobs aufzusplitten», sagte Bofinger dem Blatt. Handwerk beklagt öffentliche Zahlungsmoral
Auch die Kirche appellierte an Clement, mehr für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu tun. «Wichtig scheint mir, dass sich der Wirtschaftsminister insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit zuwendet, die neuen Länder vorrangig im Blick hat und dass öffentlich geförderte Arbeitsmöglichkeiten zusätzlich zur Verfügung gestellt werden», sagte die Hamburger Bischöfin Maria Jespen der Zeitung. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sprach sich angesichts der Zahl von mehr als fünf Millionen Arbeitslosen für weitere Reformen des Arbeitsmarkts und der Sozialsysteme aus. Die Menschen haben ein Recht auf Beteiligung am Arbeitsmarkt, sagte Lehmann der «Welt am Sonntag». Ministerium lehnt runden Tisch ab Die Forderung nach einem runden Tisch hat das Bundeswirtschaftsministerium indes zurückgewiesen: «Es gibt eine Vielzahl von Forderungen», sagte ein Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. «Jetzt geht es darum, die beschlossenen Reformen konsequent umzusetzen». «Konkretes Handeln» sei gefragt. (nz) Anzeige:NZ-Stellenmarkt
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