Ifo-Chef will Sozialhilfe um ein Drittel kürzen
Bis zu einem Zuverdienst von 400 Euro «würde ich den Sozialhilfesatz nicht antasten», sagte Sinn. Die in der Hartz IV genannten Arbeitsmarktreform getroffene Regelung, die die Zuverdienstmöglichkeiten auf 15 Prozent beschränken, nannte er zu gering. «Bis 200 Euro würde ich einen Lohnzuschuss von 20 Prozent auf das selbst verdiente Einkommen zahlen, so dass der Einstieg auf den Arbeitsmarkt in Gang kommt», sagte Sinn weiter.
Sollte ein Leistungsempfänger dennoch keinen Job finden, will Sinn ihnen eine kommunale Tätigkeit anbieten. Sie sollten «in Höhe der heutigen Sozialhilfe entlohnt» werden, weil dann die Einkommen gesichert seien. «Nur den Schwarzarbeitern, die keine Zeit für die kommunale Beschäftigung haben, geht es schlechter», sagte Sinn weiter. Das sei aber «hinnehmbar, um es höflich auszudrücken».
Zudem dürften Arbeitslosen nicht wie vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gefordert angebotene Ein-Euro-Jobs zurückweisen, sagte Hundt weiter. Denn eine solche Tätigkeit sei eine Verpflichtung gegenüber der Solidargemeinschaft.
Insgesamt müsse die öffentliche Debatte über Hartz IV ohnehin eingestellt werden, forderte Hundt. Zunächst müssten die beschlossenen Reformgesetze unverändert umgesetzt werden. Erst wenn Erfahrungen mit der Umsetzung vorlägen, könnten Schlussfolgerungen gezogen und wieder darüber diskutiert werden. (nz)

