netzeitung.deSiemens will Jobs ins Ausland verlagern

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Der Siemens-Konzern hält die Kosten in Deutschland für zu hoch und die Rahmenbedingungen für unbefriedigend. Das Unternehmen will durch die Auslagerung von Jobs wettbewerbsfähiger werden.

Die Siemens-Konzern
will offensichtlich die Vorteile der EU-Osterweiterung nutzen und massiv Arbeitsplätze aus dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) von Deutschland nach Osteuropa auslagern. Es sei realistisch, dass in einigen Jahren bis zu einem Drittel der Software-Entwickler des Unternehmens in Niedriglohnländern arbeiteten, sagte Johannes Feldmayer, der im Konzern-Zentralvorstand unter anderem für Strategie verantwortlich ist, der «Financial Times Deutschland», wie das Blatt am Freitag berichtete.

Derzeit beschäftige Siemens rund 50.000 Menschen im Bereich F&E. Davon arbeiteten rund 30.000 in Deutschland, der Rest meist in anderen so genannten Hochlohnländern. In Osteuropa seien derzeit nur rund 2700 Entwickler beschäftigt. «Das wird zügig wachsen», sagte Feldmayer ohne Details zu nennen weiter. Zum einen wolle das Unternehmen damit vom erwarteten Wachstum in den osteuropäischen Staaten profitieren. Zum anderen solle das dort geringere Gehaltsniveau als Kostenvorteil genutzt werden.

Auslagerung macht wettbewerbsfähiger
Nicht nur F&E-Arbeitsplätze, sondern auch so genannte Backoffice-Funktionen – also etwa Buchhaltung und Personalverwaltung – könnten dem Bericht zufolge künftig Richtung Osten ausgelagert werden. Derzeit verlege Siemens ausgewählte Backoffice-Funktionen für Europa nach Tschechien. «Wir sind mit den Rahmenbedingungen in Deutschland, wenn wir sie mit denjenigen in den wachstumsstärksten Ländern vergleichen, überhaupt nicht zufrieden», sagte Feldmayer dem Blatt.

Er sei aber überzeugt davon, dass die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Ausland den Reformdruck in Deutschland erhöhen werde: «Am Ende profitiert Deutschland davon, weil wir wieder wettbewerbsfähiger werden», sagte er. (nz)