04.12.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Florian Gerster
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Arbeitslosigkeit hat sich im November wieder erhöht. Die Zahl der Erwerbslosen habe dennoch weniger zugenommen als üblicherweise in diesem Monat, sagte BA-Chef Gerster.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im November nach der Herbstbelebung im Oktober wieder zugenommen. Wie die Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, stieg die Zahl der Erwerbslosen gegenüber Oktober um 32.700 auf 4,185 Millionen.
Gegenüber November 2002 nahm die Zahl der Erwerbslosen um 158.700 zu. Damit wurde der höchste November-Stand seit 1997 erreicht. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 10,0 Prozent. Im Oktober war sie auf diesen Wert von 10,1 Prozent im September gesunken.
Ost-West-Gefälle bleibt großIn Westdeutschland waren 2,666 Millionen Menschen ohne Arbeit, die Quote lag dort bei 8,1 Prozent nach 8,0 Prozent im Oktober. In Ostdeutschland waren 1,519 Millionen Arbeitslose gemeldet. Die Quote stieg dort von 17,3 Prozent im Oktober auf 17,4 Prozent. Die höchste Quote wies Sachsen-Anhalt aus: Hier stieg die Quote auf 19,3 Prozent. Die niedrigste Rate hatte Baden-Württemberg mit 6,0 Prozent.
Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit war gerechnet worden. Er fiel aber geringer aus als angesichts des Beginns der Winterpause üblich. Experten erklärten dies mit Wirkungen der Arbeitsmarktreformen, insbesondere bei den «Ich-AGs» und den Personal-Serviceagenturen.
Belebung noch nicht am Arbeitsmarkt spürbarDer Chef der BA, Florian Gerster, sagte bei der Vorlage der Zahlen aber, dass die von der wirtschaftlichen Belebung ausgehenden Impulse den Arbeitsmarkt noch nicht erreicht hätten. Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) ergänzte, dass es deshalb «von allergrößter Bedeutung» sei, mit dem Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform einen kräftigen Impuls zu geben. «Wer in dieser Situation eine kräftige Steuersenkung verhindert, der lädt große Verantwortung auf sich», sagte Clement.
Von jahreszeitlichen Einflüssen bereinigt nahm die Arbeitslosigkeit im November indes weiter ab: Die Zahl der Erwerbslosen sank bundesweit um 18.000. Damit summiere sich der saisonbereinigte Rückgang seit Ende April auf 75.000, so Gerster.
Erwerbstätigkeit ungünstig entwickeltWie die Bundesanstalt unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes weiter mitteilte, stieg die Zahl der Erwerbstätigen im September jahreszeitlich bedingt um 182.000 auf 38,41 Millionen. Damit lag sie um 454.000 unter dem Vorjahresstand. Saisonbereinigt habe die Erwerbstätigkeit jedoch um 29.000 abgenommen, ergänzte die BA. Der Rückgang habe sich seit April abgeschwächt, was unter anderem auf dem deutlichen Anstieg geförderter selbstständiger Existenzen beruhe.
Die Zahl der noch unversorgten Lehrstellenbewerber lag Ende November bei 21.300, wie es weiter hieß. Damit nahm die Zahl seit Ende September um 13.700 ab. Die Zahl der damals noch unbesetzten Stelle sei um 8800 auf 6100 zurückgegangen. Zugleich gingen aber für das neue Ausbildungsjahr neue Bewerber- und Stellenmeldungen ein. Alles in allem standen Ende November 38.800 noch unversorgte Bewerber 11.700 noch offenen Lehrstellen gegenüber. (nz)