900.000 neue Minijobs durch Arbeitsmarktreform
17.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Reform des Arbeitsmarkts trägt laut einem Zeitungsbericht erste Früchte: Seit der Minijob-Neuregelung seien mehr als 900.000 dieser Arbeitsverhältnisse entstanden.
Die von der Bundesregierung in Gang gebrachten Arbeitsmarktreformen zeitigen einem Bericht der «Süddeutsche Zeitung» (SZ) erste Erfolge. Unter Berufung auf Berechnungen der Regierung und zuständigen Behörden meldet die Zeitung, nach der Minijob-Reform seien rund 930 000 geringfügige Beschäftigungsverhältnisse neu geschaffen worden.
In Deutschland gebe es jetzt insgesamt etwas mehr als sechs Millionen solcher Jobs. Bis zu einer Lohngrenze von 400 Euro sind sie für die Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Seit der Minijob-Reform müssen Arbeitgeber pauschal 25 Prozent Sozialabgaben und Steuern zahlen, in Privathaushalten 12 Prozent.
Minijobler sind meist VollbeschäftigteAllerdings wirke sich die Reform kaum positiv auf die Arbeitslosenstatistik aus, schränkt die SZ ein: Die meisten neuen Minijobs seien entstanden, weil bereits voll beschäftigte Arbeitnehmer sich einen Nebenverdienst gesichert hätten.
Außerdem blieben die meisten derjenigen Arbeitnehmer, die nur einem Minijob nachgehen, im Normalfall arbeitslos gemeldet. Darüber hinaus hätten die Sozialkassen einen Millionenverlust verzeichnet, dessen genaue Höhe sich noch nicht feststellen lasse, so die Zeitung weiter.
Neue Jobs in Handel, Gastronomie und TourismusDie letzte Zählung der Minijobs durch die Bundesanstalt für Arbeit stamme vom vergangenen Herbst. Damals habe es rund vier Millionen geringfügige Jobs gegeben. Die Differenz bis Ende Juni dieses Jahres belaufe sich also auf zwei Millionen Arbeitsverhältnisse, hebt das Blatt hervor.
Mehr als die Hälfte der Jobs hätten aber schon vorher existiert und seien aus statistischen Gründen nicht erfasst worden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt beziffere die tatsächlich neu entstandenen Jobs auf 930 000, schreibt die Zeitung weiter: Meist wurden die Beschäftigungsverhältnisse in Handel, Gastronomie und Tourismus geschaffen. (nz)