Niedrigster Stand seit vier Jahren: 

netzeitung.deNachfrage nach Arbeitskräften sinkt dramatisch

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Niedrigster Stand seit vier Jahren 

Lupe Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt dramatisch

Die Wirtschaftskrise hinterlässt immer tiefere Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Es gebe eine «hohe Abwärtsdynamik», warnt die Bundesagentur für Arbeit. Die Zahl der Jobangebote ist erneut rapide gesunken.

Die deutschen Arbeitgeber suchen immer wenig Beschäftigte: Das Angebot an Jobs in Deutschland ist im Juni erneut massiv zurückgegangen. Diese Entwicklung werde sich in den kommenden Monaten voraussichtlich negativ auf die Beschäftigung auswirken, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit. Auf dem ersten Arbeitsmarkt gebe es eine «hohe Abwärtsdynamik», im Juni sei die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter gesunken.

Die Zahl zu besetzender Stellen habe nun den niedrigsten Stand seit Juli 2005 erreicht, hieß es weiter. Der Stellenindex BA-X sei im Juni zum achten Mal in Folge gefallen und liege nach einem Rückgang um 5 Punkte nun bei 120 Punkten. Die Entwicklung des Stellenindex signalisiere, dass es mit der Einstellungsbereitschaft der Unternehmen weiter in großen Schritten bergab gehe, so die BA.
Statistikänderung lässt Arbeitslosenzahl sinken
Die Arbeitsmarktdaten für Juni werden am Dienstag veröffentlicht. Volkswirte rechen trotz Wirtschaftskrise damit, dass die Zahl der Arbeitslosen um rund 20.000 bis 50.000 Menschen zurückgeht. Dabei dürfte allerdings auch die im vergangenen Monat eingeführte Änderung der Arbeitsmarktstatistik eine Rolle spielen. Seit Mai werden diejenigen nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen, die von sogenannten Dritten wie etwa Bildungsträgern betreut werden.

Deutsche-Bank-Experte Stefan Bielmeier erwartet in diesem Monat einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um etwa 50.000. Zwei Drittel sind seiner Ansicht wohl auf die Statistikänderung zurückzuführen. Ferner hätten Kurzarbeit und das schöne Wetter zu der erneuten Entspannung beigetragen. Mitarbeiter in den witterungsabhängigen Berufen wie Bau oder Gastronomie seien derzeit gefragt.

Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Berlin hält einen Rückgang von rund 20.000 für möglich. «Das ist für einen Juni ein schlechter Wert», betonte er. In den Vorjahren war die Arbeitslosenzahl im ersten Sommermonat im Schnitt um etwa 120.000 gesunken. Im Mai war die Zahl der Menschen ohne Job überraschend stark um 127.000 auf 3,458 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,4 Punkte auf 8,2 Prozent. (dpa/AP/nz)