Deutsche verdienen weniger: 

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Deutsche verdienen weniger 

Lupe Kurzarbeit drückt Reallöhne

Die Realeinkommen in Deutschland werden in diesem Jahr um 1,5 Prozent fallen, schätzt das RWI. Ein Grund dafür sei die weit verbreitete Kurzarbeit. Dennoch dürfte der private Konsum zulegen - noch.

Die Wirtschaft steckt in der Krise – und das spüren auch die Arbeitnehmer. Denn die Krise drückt die realen Einkommen der Deutschen kräftig nach unten: «Pro Kopf werden die Reallöhne 2009 um 1,5 Prozent sinken», sagte der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn, der «Berliner Zeitung».

Zwar steigen die regulären Löhne pro Arbeitsstunde: Das RWI erwartet hier dem Bericht zufolge aufgrund von ordentlichen Tarifabschlüssen aus dem vergangenen Jahr ein reales Plus von 1,7 Prozent. Doch die weit verbreitete Kurzarbeit senke die Arbeitseinkommen unter dem Strich.

«Wenn eine Million Deutsche in Kurzarbeit sind, werden alleine dadurch die Löhne im Schnitt um knapp ein Prozent gesenkt», erklärte Döhrn. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres sanken die Reallöhne in Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ermittelte.

Dennoch erwartet das RWI in diesem Jahr einen Zuwachs beim privaten Konsum um etwa 0,5 Prozent. Als Grund nannte Döhrn die Anhebung von Renten und Sozialleistungen. «Damit wird die Talfahrt bei Exporten und Investitionen zwar nicht abgefangen. Aber ein Stabilitätsanker ist es trotzdem», sagte Döhrn. Der private Konsum macht etwas mehr als die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts aus.

Im kommenden Jahr rechnen die Forscher des Essener Instituts allerdings mit einem Rückgang des privaten Konsums um 0,5 Prozent. «Aus vielen Kurzarbeitern werden dann Arbeitslose, die noch weniger Geld zur Verfügung haben», wurde Döhrn weiter zitiert. Zudem würden die Tarifabschlüsse «extrem niedrig ausfallen», und auch die Transfereinkommen würden nicht mehr signifikant zulegen. (nz)