Erste OECD-Studie zur Lage von Lehrkräften:
Lehrer klagen über viel Lärm und wenig Lob
16.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Dies ergab die erste internationale Lehrerstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die in Brüssel vorgestellt wurde. Demnach verliert ein Viertel der Lehrer in 23 untersuchten Ländern mindestens 30 Prozent der Unterrichtszeit durch störende oder zu spät kommende Schüler oder Verwaltungstätigkeiten. Deutschland nahm nicht an der Studie teil, weil dies von den Kultusministern abgelehnt worden war.
In Dänemark, Slowenien und der Türkei nahm ein Viertel der Lehrer während der 18 Monate dauernden Studie an keinerlei Fortbildung teil. In mehreren Ländern haben Lehrer im Schnitt einige Tage im Jahr Schulungen, in Mexiko und Korea sind es 30 Tage oder mehr. 13 Prozent der Lehrer bekommen in ihrer Schule keinerlei Beurteilung oder Rückmeldung zu ihrer Arbeit.
Die OECD veranstaltet auch den internationalen Pisa-Schultest. Mit der Talis-Studie will die Organisation die Arbeitsbedingungen und Auffassungen von Lehrern und Schulleitungen untersuchen. Die deutsche Erziehungsgewerkschaft GEW hatte heftig kritisiert, dass Deutschland nicht offiziell an der Studie teilnimmt und startete anhand der OECD- Kriterien eine eigene Initiative. Die Ergebnisse sollen am Donnerstag veröffentlicht werden.(dpa)

