«Ärzte billig abzugeben»: 

netzeitung.deReha-Ärzte streiken für eigenen Tarifvertrag

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Ärzte der Deutschen Rentenversicherung (DRV) demonstrieren in Münster (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ärzte der Deutschen Rentenversicherung (DRV) demonstrieren in Münster
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Die bei der Deutschen Rentenversicherung angestellten Reha-Ärzte fühlen sich unterbezahlt. Seit anderthalb Wochen streiken sie für einen eigenen Tarifvertrag - am Montag machten sie bei einer zentralen Demo ihrem Ärger Luft.

Aus Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Einkommen haben rund 1000 Ärzte der Deutschen Rentenversicherung am Montag ihre Arbeit in Reha-Kliniken niedergelegt. Damit sei jeder zweite Reha-Mediziner der DRV im Ausstand, teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit. Mehr als 50 der bundesweit rund 100 Reha-Kliniken und viele Verwaltungsstellen der DRV seien bestreikt worden.

Rund 300 Mediziner folgten laut Marburger Bund einem Aufruf zu der zentralen Demonstration im westfälischen Münster. Mit Plakaten wie «Ärzte billig abzugeben», «Tarif her oder wir sind weg» und lautstarken Parolen wie «Nicht mit uns» machten die demonstrierenden Ärzte ihrem Unmut Luft.

«Wir sind auf dem direkten Weg in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Ärzten», sagte Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Die DRV rief er auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und mit den «mittelalterlichen Arbeitsbedingungen» Schluss zu machen.

Die rund 2000 Ärzte der Rentenversicherer befinden sich seit dem 26. Februar in einem unbefristeten Streik. Bei der Urabstimmung Ende Januar stimmten laut Marburger Bund 93,5 Prozent der Mediziner für Streiks. Ziel der Ärztegewerkschaft ist es, nach Ländern, Kommunen und privaten Klinikbetreibern auch die Rentenversicherung zu einem eigenen Ärzte-Tarif zu drängen.

Bis zu einem Drittel weniger
Der Marburger Bund beklagt in den Reha-Zentren und der Verwaltung schlechte Arbeitsbedingungen, erheblichen Personalmangel, zunehmende Arbeitsbelastung und unattraktive Verdienstmöglichkeiten. Zudem sei die uneinheitliche Tarifsituation der Ärzte nicht mehr hinnehmbar, erklärte die Gewerkschaft. Ärzte der Rentenversicherer verdienten bis zu einem Drittel weniger als ihre Klinik-Kollegen, die einen Tarifvertrag des Marburger Bundes anwendeten.

Der von der Gewerkschaft vorgesehene Tarifvertrag sieht nach eigenen Angaben bessere Arbeitsbedingungen unter anderem durch einheitliche Tarifstandards, höhere Einkommen und geregelte Arbeitszeiten vor. Faire und konstruktive Verhandlungen darüber schlage die DRV jedoch seit über einem Jahr aus, erklärte der Marburger Bund. (dpa/AP)