07.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Schalter in einer Arbeitsagentur
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der im Dezember übliche Anstieg der Arbeitslosenzahl ist dieses Mal deutlich stärker ausgefallen als in den Vorjahren - ein Zeichen, dass die Krise den Jobmarkt erreicht. Es gibt aber noch mehr Belege.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 114.000 auf 3,102 Millionen gestiegen. Das sind aber 304.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg bekannt gab. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent 0,3 Punkte höher als im November. Im Dezember 2007 hatte sie aber noch bei 8,1 Prozent gelegen.
Der Zuwachs gegenüber November ist damit etwas höher ausgefallen als erwartet. Im Vorfeld hatten Volkswirte mit einem Anstieg zwischen 70.000 und 110.000 gerechnet. Das Plus fällt außerdem erheblich größer aus als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Im Westen waren 2,059 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet, 74.000 mehr als im Vormonat. In den neuen Bundesländern stieg die Zahl um 40.000 auf 1,043 Millionen.
Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Dezember um 18.000 auf 3,181 Millionen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 19.000 zu, im Osten hingegen sank sie um 1000.
Im Jahresdurchschnitt 2008 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 3,268 Millionen. Das waren 508.000 weniger als noch 2007. Der BA-Vorsitzende Frank-Jürgen Weise sagte bei der Präsentation der Arbeitslosenzahlen: «Das Jahr 2008 war eines der besten Jahre für den Arbeitsmarkt. Allerdings zeigen die Dezemberdaten, dass die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt erreicht hat.» Entsprechend gedämpft sei der Optimismus der BA für das Jahr 2009.
Wie sich die Krise auf den Arbeitsmarkt in Deutschland auswirkt, belegt der monatlich errechnete Stellenindex der BA: Demnach ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in den letzten beiden Monaten 2008 deutlich eingeknickt. Sie befinde sich aber immer noch auf hohem Niveau, hieß es.
Ein weiterer Beleg: Die Nachfrage nach Kurzarbeitergeld ist stark gestiegen. Sie nahm im November im Vergleich zum Vormonat um 107.000 auf 164.000 zu, wie die BA weiter mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat war dies ein Plus um 125.000. Ohne die Anzeigen für das Saison-Kurzarbeitergeld für die Bau- und Landwirtschaft ergebe sich ein Anstieg auf 138.000. Das seien 87.000 mehr als vor einem Monat und 126.000 mehr als vor einem Jahr. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter in den nächsten Monaten kräftig erhöhen werde, teilte die BA weiter mit. (nz/dpa/AP)