Beschäftigung auf Rekordniveau: 

netzeitung.deArbeitsmarkt-Statistik macht (noch) gute Laune

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Immer mehr Deutsche arbeiten im Dienstleistungssektor. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Immer mehr Deutsche arbeiten im Dienstleistungssektor.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland so viele Menschen gearbeitet wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das ist der schöne Blick zurück - nach vorne sieht es dagegen düster aus.

Der Aufschwung der vergangenen Jahre hat Deutschland für 2008 die beste Jobbilanz seit der Wiedervereinigung beschert. 40,35 Millionen Erwerbstätige zählte das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr im Jahresdurchschnitt. Das entspricht einem Plus von 582.000 Personen oder 1,5 Prozent, wie die Statistiker am Freitag in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Zahlen berichteten. In Deutschland leben rund 82,2 Millionen Menschen, so dass nahezu jeder zweite einer Erwerbstätigkeit nachgeht.

Der Konjunkturaufschwung hielt bis weit in die erste Jahreshälfte 2008 hinein an. Die danach einsetzende Eintrübung habe sich nicht wesentlich auf das Jahresergebnis ausgewirkt, «da der Arbeitsmarkt auf Veränderungen im Konjunkturverlauf erst mit zeitlicher Verzögerung reagiert», erläuterten die Statistiker.

Zudem sei 2008 die Förderung abhängiger Beschäftigung – etwa Eingliederungszuschüsse – mehr in Anspruch genommen worden als ein Jahr zuvor. Auch das Ende 2006 eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld habe zu Jahresbeginn 2008 zur positiven Beschäftigungsentwicklung beigetragen.

Die stärkste Zuwachsrate 2008 fiel im Dienstleistungsbereich an: Plus 1,6 Prozent auf 29,272 Millionen, wie das Bundesamt ermittelte. Die Industrie legte 1,5 Prozent auf 8,028 Millionen zu und Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei 1,3 Prozent auf 856.000. Dagegen büßte das Baugewerbe 0,8 Prozent auf 2,194 Millionen ein.

Trübe Aussichten für 2009
Damit setzte sich der Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft fort: Der Beschäftigtenanteil in diesem Wirtschaftssektor stieg von 59,5 Prozent (1991) auf nun 72,5 Prozent. Dem produzierenden Gewerbe bleiben noch 19,9 Prozent, ein Rückgang von fast 10 Punkten gegenüber dem Jahr 1991. Auch die Beschäftigungsanteile der Wirtschaftszweige Forst- und Landwirtschaft (2008: 2,1 Prozent) sowie Bau (5,4 Prozent) schrumpften deutlich.

Insgesamt verbuchten die Statistiker im Jahresdurchschnitt rund 4,5 Millionen Selbstständige und knapp 35,9 Millionen Arbeitnehmer. Deren Zuwachs um 1,6 Prozent geht dabei fast komplett auf voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück: Der Anstieg bei den sogenannten Minijobs sei nahezu zum Stillstand gekommen, hieß es.

Dem positiven Rückblick stehen indes deutlich trübere Aussichten entgegen: Der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard erwartet einen Anstieg der Arbeitslosenzahl von fast 700.000 bis Ende 2009. Die Arbeitslosigkeit werde «mit Sicherheit» ansteigen, sagte Wiegard am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. (AP/dpa)