01. Dez 2008 10:47
In Deutschland wird wieder mehr studiert. 2008 wurde die bislang höchste Studienanfängerquote in einem Geburtsjahrgang erreicht. Der Gründe ist aber nicht unbedingt eine gelungene Hochschulpolitik.
Besonders stark war der Anstieg mit 13 Prozent an den Fachhochschulen, während er bei den Universitäten drei Prozent betrug. Als eine mögliche Ursache für den starken Anstieg nannte Statistiker Thomas Feuerstein am Beispiel Hessen die dortige Abschaffung der Studiengebühren, nachdem es dort im Vorjahr einen starken Rückgang gegeben habe. Zusätzlich zu den jetzt ohnehin geburtenstarken Jahrgängen gab es nach seinen Worten in weiteren zwei Bundesländern wegen der Umstellung der Gymnasialzeit von neun (G 9) auf acht Jahre (G 8) doppelte Abiturjahrgänge. 2007 war dies nach seinen Angaben bereits in Sachsen-Anhalt der Fall gewesen, 2008 nun im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern.
Weil es sich bei den jetzt vorgelegten Berechnungen um vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes handele, sei noch nicht herausgerechnet, ob die Erstsemester einen G-8- oder G-9-Abschluss hatten. Die Studienanfängerquote - das ist der Anteil Studienanfängerinnen und -anfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung - liegt laut Statistischem Bundesamt für das Studienjahr 2008 bei 39 Prozent. «Das bildungspolitische Ziel, 40 Prozent eines Altersjahrgangs für ein Hochschulstudium zu gewinnen, wird also beinahe realisiert», erklärte Feuerstein.