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IG Metall kündigt Warnstreik-Welle an
31.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Arbeitgeber hatten am Donnerstagabend erstmals ein Angebot auf den Tisch gelegt: 2,1 Prozent höhere Einkommen für das kommende Jahr plus Einmalzahlungen für die Monate November und Dezember von insgesamt 0,8 Prozent bezogen auf das Jahreseinkommen. Das lehnte die IG Metall durchweg als unzumutbar ab. Sie fordert acht Prozent höhere Einkommen. Die Friedenspflicht endete am Freitag um Mitternacht.
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser verteidigte das Angebot und sagte im Westdeutschen Rundfunk (WDR): «Wir stehen vor einem Jahr, in dem wir kaum eine Erhöhung der Produktivität erwarten.» Er fügte hinzu: «Es wird im nächsten Jahr eine Inflationsrate von zwei Prozent erwartet. Und genau die hätten wir mit unserem Angebot abgedeckt.»
Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer sagte nach der kurzen Verhandlungsrunde von gut einer Stunde in Bamberg: «Ab Montag geht es rund in allen Regionen Bayerns.» 230 Euro durchschnittliche Einmalzahlung seien «eine Lachnummer». Das Angebot von 2,1 Prozent für das kommende Jahr liege unterhalb der Preissteigerungsrate. «Die Arbeitgeber wollen offenbar Warnstreiks. Die Beschäftigten werden ab heute Nacht die entsprechende Antwort geben», sagte Neugebauer.
Gewerkschaftschef Berthold Huber brachte als Marke für einen Abschluss am Freitag den Tarifabschluss in der Stahlindustrie in Höhe von 5,2 Prozent ins Spiel. Auf die Frage, ob dieser Abschluss die Messlatte sei, sagte Huber der «Bild»-Zeitung: «Das werden wir sehen. Sicher ist, dass dieser Abschluss bei den Beschäftigten voll und ganz auf Zustimmung getroffen ist.»
Huber machte zudem klar, dass ab Montag eine Warnstreikwelle und danach möglicherweise ein unbefristeter Streik droht: «Von Montag an folgt die eigentliche Welle das ist nur eine Warnung. Wenn wir nicht zu einem Ergebnis kommen, könnte nach einer Urabstimmung Mitte November richtig gestreikt werden.» (dpa/AP)

