21.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Schweiz ist für deutsche Spitzenkräfte besonders attraktiv
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Deutsche Spitzenkräfte planen ihren nächsten Karriereschritt häufig im Ausland. Die Talentflucht wird indes nicht durch ausreichend Zuzug aufgefangen. Noch schlimmer trifft es indes Osteuropa.
Was haben die Niederlande, Spanien, Belgien und die Schweiz gemein? Sie ziehen mehr Führungskräfte aus dem Ausland an als sie selbst welche an andere Länder verlieren. Für Deutschland gilt indes die umgekehrte Bewegung: Die Bundesrepublik verliert mehr Topkräfte als es gewinnen kann. Unter dem Strich ergibt sich eine Talente-Exportrate von zehn Prozent, wie der Karrieredienst Experteer in München mitteilte.
«Die besten Köpfe Deutschlands sind mobiler als noch vor ein paar Jahren und eher bereit für den nächsten Karriereschritt in ein anderes Land zu ziehen», sagte Experteer-Geschäftsführer Christian Göttsch. Experteer und das britische Marktforschungsinstitut OMIS Research befragten für die Studie mehr als 13.000 Angestellte aus 20 europäischen Ländern.
In Westeuropa weist Deutschland die höchste Talente-Exportrate auf. Weitere Verlierer sind laut Experteer Frankreich mit neun Prozent und Großbritannien mit acht Prozent abwandernden Spitzenkräften. Noch höhere Raten wiesen indes die osteuropäischen Länder auf, hieß es. Mit durchschnittlich 18 Prozent Abwanderungssaldo verlören Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn mehr Führungskräfte als jede andere Region in Europa. Vor allem osteuropäische Fach- oder Branchenspezialisten sowie Projektleiter zieht es demnach ins Ausland.
Vor allem Berater, Banker und IT-FachleuteVon der Wanderbewegung profitiert vor allem die Schweiz. Die Eidgenossenschaft ist der Experteer-Untersuchung zufolge der haushohe Gewinner: Die Schweiz weist ein Zuwanderungssaldo von 42 Prozent aus und steht damit in der Gunst der Topkräfte Europas ganz oben. Zu den Netto-Gewinnern gehören ferner Belgien und die Niederlande sowie Spanien.
Wie die Studie außerdem ergab, haben 13 Prozent der europäischen Führungskräfte bereits ihr Land für einen neuen Job verlassen. Drei Viertel dieser Spitzenkräfte verfügen zudem über mehr als fünf Jahre Berufserfahrung, 85 Prozent haben ein Studium absolviert. Ein Drittel arbeitet im Ausland als Manager oder Abteilungsleiter, wie Experteer erläutert. Dabei verzeichnen die Beratungsbranche, der Banken- und Finanzsektor sowie die IT-Branche die häufigsten Wanderungsbewegungen. (nz)