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Gleiche Arbeit - weniger Gehalt: 

Frauen verdienen viel weniger als Männer

27. Aug 2008 15:20
Keine Arbeit, die Frau nicht erledigen kann
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Dass sich Familie und Beruf für Mütter nicht ohne Nachteile miteinander verbinden lassen, zeigen neue Zahlen vom Statitischen Bundesamt. Im EU-Vergleich steht Deutschland damit gar nicht gut da.

Frauen in Deutschland verdienen im Schnitt fast ein Viertel weniger als Männer. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen 2006 bei 14,05 Euro und damit um 24 Prozent unter dem Durchschnitt der Männer in Höhe von 18,38 Euro. Bundesfrauenministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte, konsequent weiter an einer Schließung der Lohnlücke zu arbeiten.

Mit steigendem Alter der Beschäftigten nimmt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern zu. Während er in der Altersgruppe 25 bis 29 Jahre vor zwei Jahren durchschnittlich 10 Prozent betrug, lag er bei den 30- bis 34-Jährigen bereits bei 15 Prozent. Ein Grund seien Unterbrechungen in der Berufstätigkeit bedingt durch Schwangerschaften, teilte das Bundesamt mit. Der Anstieg des Verdienstabstandes setzte sich bei den 35- bis 39-Jährigen mit 22 Prozent weiter fort, bei den 60-Jährigen und Älteren war er mit 31 Prozent am größten.

Im früheren Bundesgebiet war der Verdienstunterschied 2006 zwischen Frauen und Männern mit 25 Prozent deutlich höher als in den neuen Ländern mit 6 Prozent. Eine Ursache sind den Angaben zufolge deutlich höhere Verdienste der Männer in den alten im Vergleich zu den neuen Ländern.

Diskriminierungen im öffentlichen Tarifsystem abbauen

Dem Bundesfamilienministerium zufolge nimmt Deutschland damit im Vergleich der EU-Länder einen Platz im unteren Drittel ein. Frauen in Deutschland verpassten nach der Geburt zu oft den Anschluss auf der Karriereleiter, sagte von der Leyen. Dabei wollten 80 Prozent aller Mütter Beruf und Karriere miteinander verbinden. Die Ministerin warb dafür, den Wiedereinstieg von Müttern ins Berufsleben etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung und das Nutzen der «Vätermonate» beim Elterngeld weiter zu fördern.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irmingard Schewe-Gerigk, forderte, die immer noch bestehenden Diskriminierungen im öffentlichen Tarifsystem abzubauen. Auch ein allgemeiner Mindestlohn käme jeder vierten Frau zugute. Daneben müsse Schluss mit dem Ehegattensplitting und der kostenlosen Mitversicherung in der Krankenkasse, damit Frauen nicht weiterhin nur als Zuverdienerinnen wahrgenommen würden. (epd)

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