Qualität der Universitäten:
Studenten zum ersten Mal zufrieden
14.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Laut Ministerium überwiegen in der Bilanz erstmals die positiven Bewertungen zu allen vier Grundelementen der Studienqualität: inhaltliche Qualität, Aufbau des Studienganges, Durchführung der Lehrveranstaltungen sowie Beratung und Betreuung durch die Lehrenden. Nach wie vor schneide die Betreuung aber weniger gut ab: Viele wünschen sich demnach eine bessere Betreuung im Studium und beim Übergang in den Arbeitsmarkt sowie mehr Praxisbezug.
Die Studie zeigt zudem, dass die «akademische Reproduktion» - also Studierende, bei denen bereits mindestens ein Elternteil studiert hat - in den 90er Jahren zugenommen hat und seit dem neuen Jahrtausend stagniert. Es sei keine weitere Öffnung für neue Kreise der Bildungsaufsteiger festzustellen. Die Schulen müssten verstärkt dafür sorgen, dass die Chancen für einen höheren Schulabschluss ausschließlich von der Leistung der Schüler und nicht von ihrer sozialen Herkunft abhängig seien, hieß es.
Dazu gehöre auch, leistungsstarke Kinder aus bildungsfernen Schichten und deren Eltern beim Zugang zur gymnasialen Oberstufe aktiv zu unterstützen. «Wir wollen junge Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten für ein Hochschulstudium motivieren», sagte Schavan. «Deshalb müssen wir die starren Zugangsbeschränkungen für ein Hochschulstudium überdenken und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung erhöhen.»
Außerdem belegen die Ergebnisse der Studie, dass trotz des stabil hohen Anteils studierender Frauen die Wahl des Studienfachs noch immer traditionellen Bahnen folgt: Nach wie vor gibt es wenige Studentinnen in mathematischen, informationstechnischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Studiengängen. Eine Ursache dafür sei bereits die Wahl entsprechender Leistungskurse im Gymnasium.
Um verstärkt junge Frauen für diese Fächer zu gewinnen, müssten Mädchen also bereits in der Schule für die mathematisch- und naturwissenschaftlichen Leistungskurse gewonnen werden. Der Studie zufolge wollen die Studierenden ihr Studium effizienter gestalten als noch vor wenigen Jahren, sei es durch einen zügigen Studienablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein besonders gutes Examen. Auch die geplante Studiendauer hat sich weiter verringert, was aber fast vollständig auf den gestiegenen Anteil an Bachelor-Studierenden zurückzuführen ist. (AP)

