Die Hochbegabten der Welt:
Schlau und schlauer treffen sich in Köln
31.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Wir sind ganz normale Leute, nur eben mit einem IQ über 130. Es ist aber nicht so, dass hier lauter kleine Einsteins rumlaufen», sagt Teilnehmer Arnd Felten aus Mainz. «Ich bin auf der Suche nach intelligenten Gesprächen und Erfrischungen für den Kopf», erklärt der 26-jährige Medizinstudent. «Es ist selten so, dass wir generell für alles begabt sind, sondern wir sind bei bestimmten Themen besonders schnell und kommen auch besser in komplexe Themen rein.» Zugleich betont der Student: «Ein IQ über 130 ist kein Garant für ein erfolgreiches Leben - Vorteile ergeben sich nur, wenn man lernt, seine besondere Begabung richtig einzusetzen.»
Davon kann auch Julian Nogli (8) aus dem schleswig-holsteinischen Brokstedt ein Lied singen, der die zweite Schulklasse übersprungen hat. «Es war alles so leicht in der ersten Klasse, vor allem in Mathe», erzählt der pfiffige Knirps, der Geige spielt und gern tüftelt und bastelt. «In der Schule war er auffällig und unglücklich, die Lehrerin sprach von ADS oder dass er einfach schlecht erzogen ist», erzählt Julians Mutter. «Daraufhin haben wir seinen IQ testen lassen - und durften uns dann eine beliebige Klasse aussuchen.» Inzwischen geht der Junge wieder gerne zur Schule und weiß bereits: «Ich werde später mal Architekt oder vielleicht auch Hai-Forscher.»
Auch «Lebensfallen für Hochbegabte» werden von den schlauen Köpfen in Köln heiß diskutiert: «Eine Nebenwirkung der Hochbegabung ist ja, dass wir sehr schnell denken und erklären und uns dann wundern, dass unser Gegenüber uns nicht versteht», sagt Warlies. Hochintelligente sollten sich dieser Unterschiede bewusst sein, denn: «Wer gilt schon gerne als Besserwisser oder Rechthaber?» Zu Beginn der Tagung schenkte Mensa dem Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) als Dank für seine Schirmherrschaft einen Gutschein über einen IQ-Test. Den werde er zunächst mal in seinem Büro abstellen, meinte der OB: «Ich muss vorher noch trainieren.» (Von Yuriko Wahl, dpa)

