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Studie zu Abbrecherquoten an Hochschulen: 

Viele Ingenieursstudenten geben vorzeitig auf

29. Jul 2008 20:35
Ingenieursstudenten fühlen sich oft überfordert
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Insgesamt ist die Zahl der Abbrecher gesunken, wobei das Bild je nach Fächergruppen sehr differenziert ist. Überraschend viele Bachelor-Studenten verlassen die Fachhochschulen ohne einen Abschluss.

Studierende von Ingenieurs- und Naturwissenschaften brechen ihr Studium besonders häufig ab. In diesen Fächern wie auch bei den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt die Abbruchrate bei 30 Prozent und höher, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover ergab. Relativ niedrige Abbrecherquoten von unter zehn Prozent gibt es dagegen bei Medizin, Pharmazie oder Lehramt.

Insgesamt ist die Zahl der Studienabbrecher leicht gesunken. Die Studie für den Absolventenjahrgang 2006 erstellte das HIS im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Dabei geht es um das Abbruchverhalten der Studienanfänger von 1999 bis 2001.

Von 100 Studienanfängern von Anfang 2000 gaben 21 ihr Erststudium ohne Examen auf, bei der letzten Berechnung waren es noch 22. Der leichte Rückgang beruht dabei vor allem auf einer günstigen Entwicklung an den Universitäten, wo der Abbrecheranteil nur noch bei 20 Prozent liegt.

Nur wenige Staatsexamens-Studierende brechen ab

An den Fachhochschulen (FH) stieg die Quote dagegen um fünf Punkte auf 22 Prozent. Erstmals untersuchte das HIS auch Quoten für unterschiedliche Studienabschlüsse. Einen hohen Studienerfolg zeigen Staatsexamens-Studiengänge, bei denen lediglich sieben Prozent der Studienanfänger ohne Abschluss blieben. Bei Diplom- und Magisterstudiengängen an Universitäten ist die Abbrecherquote dagegen mit 29 Prozent sehr hoch, bei FH-Diplomstudien liegt sie bei durchschnittlich 21 Prozent.

Überraschend viele Studienabbrecher gibt es in den neu eingeführten Bachelor-Studiengängen (BA) bei den Studienanfängern von 2000 bis 2004: Bei den Universitäten liegt die Abbrecherquote bei 25 Prozent, bei den Fachhochschulen sogar bei 39 Prozent.

Machinenbau- und Elektrotechnik-Studierende geben häufig auf

Die Verfasser der Studie verweisen aber darauf, dass es große Unterschiede bei Abbrechern in den verschiedenen Fächergruppen gibt. Offenbar geben vor allem bei den BA-Studiengängen der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sehr viele Studenten vorzeitig auf.

Die hohen Abbruchraten stellen HIS zufolge somit nicht das Konzept der neuen Studienstrukturen in Frage. Vielmehr sei der Studienerfolg wohl im Zusammenhang mit der Art und Weise zu sehen, wie die neuen Strukturen umgesetzt worden seien. «Ein hoher Handlungsbedarf ergibt sich derzeit besonders für das Studium des Maschinenbaus und der Elektrotechnik an den Fachhochschulen.» (AP)

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