Beratung für Studenten:
Horror-Erlebnis Studium
23.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Insgesamt bieten derzeit 44 der insgesamt 58 deutschen Studentenwerke eine psychologische Beratung an. Und die Studierenden nahmen das Angebot in den vergangenen Jahren immer öfter in Anspruch. Nach Angaben des DSW waren es im Jahr 2004 mehr als 16.000 Studierende, 2006 schnellte die Zahl auf 22.800. «Studieren bis zum Umfallen» ist für immer mehr Hochschüler ein Problem, das das Studentenwerk an den seit einiger Zeit steigenden Zahlen von Burn-Out-Fällen festmacht.
Falsches oder gar kein Zeitmanagement ist häufig die Wurzel allen Übels, wie auch Püschel immer wieder feststellen muss. Ihrer Einschätzung nach haben sich die Probleme, mit denen sich Studierende an die Hilfestellen wenden, in den vergangenen Jahren nicht allzu stark verändert, weshalb für sie auch die zunehmende Zahl von Burn-Out-Fällen keine große Überraschung ist. «Studenten sind psychisch immer hoch belastet und seit jeher besonders anfällig gewesen», betont die Expertin. «Der Druck hat sich in der letzten Zeit aber sicherlich erhöht.»
Ziel einer Beratung ist es, den Betroffenen möglichst rasch den Boden unter den Füßen wiederzugeben und ihnen vor allem Entlastung und Orientierung zu bieten. In schwierigeren Fällen, bei denen Studenten ihre eigene Situation gar nicht mehr richtig einschätzen können und es mit einer Beratung nicht mehr getan ist, muss vor allem nach dem richtigen Hilfeangebot gesucht werden. Am Ende kann auch stehen, dem Betroffenen eine Therapie nahezulegen.
Nach Angaben des DSW suchen zunehmend weniger Langzeitstudenten die Beratungsstellen auf. «Vielmehr sind diejenigen, die Beratung in Anspruch nehmen, sehr zielstrebig um einen Abschluss bemüht», betont Meyer auf der Heyde. Ein weiteres Problem liegt nach seiner Einschätzung im finanziellen Bereich: So versuchten viele Studierende zu vermeiden, dass die finanzielle Abhängigkeit von den Eltern zu allzu hohen Schulden führt.
«Dadurch entsteht eine stärkere Bindung an das Elternhaus», erklärt er. So würden Ablösungsprozesse erschwert. Die Studierenden stünden dann unter starkem Legitimationsdruck den Eltern gegenüber, wenn sie Fehlentscheidungen treffen bei der Studienwahl, wenn sie Fehlschläge verkraften oder aber Umwege im Studium gehen müssen. (AP, Daniel Rademacher)

