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Beschäftigungspakt für Ältere: 

«Silver Surfer» werden zur «Generation Gold»

04. Jul 2008 16:03
Besonders um die Älteren soll sich die Initiative «Generation Gold» kümmern
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Ein Jahr lang war war der Vertriebsfachmann arbeitslos. Nun hat die Arbeitsagentur dafür gesorgt, dass ältere Arbeitslose wie er wieder eine Anstellung gefunden haben. Doch Experten sehen Probleme.

Edgar Poggenpohl hat es eilig. Noch vor kurzem war der 49-Jährige arbeitslos. Jetzt arbeitet er für einen Reifenhändler in Paderborn und ist auf dem Weg zu einem potenziellen Kunden. Den will er davon überzeugen, dass es bei «Wheels in time» die besten Reifen gibt. «Ich bin seit 30 Jahren in der Branche tätig», sagt Poggenpohl.

Dass der Familienvater nach einem Jahr ohne Job wieder als Vertriebsfachmann für Reifen arbeiten kann, verdankt er unter anderem dem Programm «Perspektive 50plus» der Bundesregierung. Seine neue Stelle fand Poggenpohl, weil er an dem Beschäftigungspakt «Generation Gold» in Ostwestfalen-Lippe teilnahm. Bei der Bewerbung und Stellensuche wurde er professionell beraten.

Neue Jobs für Alte

Schließlich fand er den neuen Arbeitsplatz. «Zuvor hatte ich 35 bis 40 Bewerbungen umsonst geschrieben», sagt er. Im Programm «Perspektive 50plus» gibt es derzeit in bundesweit 62 Regionen Beschäftigungspakte. Arbeitsagenturen kooperieren mit Beschäftigungsgesellschaften, Wirtschaftsverbänden, Handwerkskammern, Gewerkschaften und kommunalen Einrichtungen. Ziel ist es, älteren Arbeitslosen neue Stellen zu beschaffen. Die erste Phase des Modellprojektes von Oktober 2005 bis Ende 2007 wurde vom Bund mit 250 Millionen Euro gefördert.

Bislang konnte das Projekt 79.670 Langzeitarbeitslose «aktivieren», so das Bundesarbeitsministerium. 22.562 Männer und Frauen konnten «in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden», berichtet eine Ministeriumssprecherin. Der überwiegende Teil der neuen Stellen sei sozialversicherungspflichtig, rund die Hälfte unbefristet. Für das Ministerium ist dies «ein beachtlicher Erfolg». Für die nächste Runde in den Jahren 2008 bis 2010 stellt es deshalb 270 Millionen Euro bereit.

«Supereindruck», leider zu alt

Mit dem Beschäftigungspakt für Ostwestfalen-Lippe, der mit dem Motto «Generation Gold» wirbt, konnten den Angaben zufolge rund 800 ältere Arbeitslose vermitteln werden. Damit nimmt die Region bundesweit einen Spitzenplatz ein. Edgar Poggenpohl sagt, dass er die Hilfe bei der Bewerbung sehr geschätzt hat. «Nachdem ich mich lange nicht bewerben musste, wusste ich nicht mehr genau, wie die Unterlagen heute aussehen müssen.»

In einigen Fällen war sein Alter ein Problem. «Die Gespräche sind gut gelaufen, meine Zeugnisse gut angekommen», erinnert er sich. Dennoch habe er Absagen erhalten und später unter der Hand erfahren, dass er zwar einen «Supereindruck» hinterlassen, die Geschäftsleitung aber einen jüngeren eingestellt habe.

Zu viele alte Arbeitslose

Die Gewerkschaften sehen die «Initiative 50 Plus» skeptisch, weil es gleichzeitig mit der Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre beschlossen wurde. «Wer das Rentenalter auf 67 Jahre erhöht, muss ungefähr drei Millionen neue Arbeitsplätze schaffen», sagte DGB-Arbeitsmarkt-Experte Ingo Wolf. Einige der Beschäftigungspakte seien daher zwar erfolgreich, räumt Wolf ein aber eben nur «ein Tropfen auf den heißen Stein».

Von knapp 3,2 Millionen Arbeitslosen sind derzeit rund 900.000 älter als 50 Jahre. Im Februar 2007 waren es noch fast 1,1 Millionen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die Arbeitslosenquote bei Älteren zwar immer noch höher als in der Gesamtbevölkerung. Sie lag im September 2007 bei 12,8 Prozent allerdings glichen sich die Quoten weiter an. Die Arbeitslosigkeit bei Älteren gehe statistisch betrachtet schneller zurück als bei Arbeitnehmern aller Altersgruppen. (Michael Ruffert, epd)


 
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