Zehn Tipps für den ersten Arbeitstag: 

netzeitung.deBeim Start in den Job Fettnäpfchen vermeiden

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Vorsicht mit dem Duzen! (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vorsicht mit dem Duzen!
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die ersten Tage am neuen Arbeitsplatz können für die weitere Zukunft durchaus wichtig sein. Wie man sich den Vorgesetzten gegenüber richtig verhält, mit Kollegen auskommt und die Firmen-Regeln respektiert.

Das Bewerbungsgespräch lief richtig gut, und einige hundert Mitbewerber haben Pech gehabt. Wer den begehrten Job bekommen hat, will eigentlich nur noch loslegen. Vor lauter Tatendrang sollte man jedoch nicht den ersten Eindruck vermasseln. «Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag hört die Bewerbung noch nicht auf», sagt Branko Woischwill, Karriere-Experte aus Berlin. Für den Traumstart im Job ist es wichtig, den Chef und die Kollegen von Anfang an für sich zu gewinnen.

10 Tipps für den richtigen Anfang:

1. Vorher Strukturen und Abläufe recherchieren
Die Auseinandersetzung mit dem neuen Arbeitgeber fängt schon vor dem ersten Arbeitstag an. Arbeitnehmer sollten sich in die neue Situation hineinversetzen und Strukturen, Arbeitsabläufe und Beziehungsgeflechte der Firma recherchiert haben. «Das fängt damit an, dass man weiß, wo die Parkplätze sind und sich vorab notwendige Zugangsberechtigungen fürs Firmengelände organisiert hat», erklärt Woischwill. Damit vermeide man auch, dass man gleich am ersten Arbeitstag zu spät kommt.

2. Dresscode einhalten
Angemessene Kleidung ist für den ersten Eindruck das A und O. «Information dazu kann die Homepage des Unternehmens geben, da sind die Mitarbeiter meist abgebildet», sagt Woischwill. Oder man überlegt, welche Firmen einen vergleichbaren Dresscode haben und informiert sich bei Bekannten. «Erkundigen Sie sich notfalls in der Personalabteilung», rät der Unternehmensberater Peter Modler aus Freiburg. «Das muss einem nicht unangenehm sein. Schließlich signalisiert man damit nur, dass man dazugehören möchte.»

3. Freundliche Offenheit signalisieren
Neulinge am Arbeitsplatz vergessen gerne, dass auch der neue Chef und die Kollegen unsicher sind. Signalisiert der Neue dann viel Offenheit, macht er nichts verkehrt. Dabei sollte man sich nicht nur für die Tätigkeit, sondern auch für die Menschen interessieren: «Schauen Sie die neuen Kollegen freundlich an, und stellen Sie auch mal Fragen. Beispielsweise, wie lange die Kollegen schon im Unternehmen arbeiten» rät Christine Öttl, Selbstmarketing-Coach aus München. Es sei auch für Kollegen schwierig, wenn der Neue zurückhaltend oder in sich versunken ist: «Dann kriegen ihn die neuen Mitarbeiter nicht richtig zu fassen», sagt Öttl.

4. Wichtige Informationen gleich notieren
Meist lernt man gleich viele neue Kollegen kennen. Um da nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt Branko Woischwill, sich Notizen zu machen: «Man bekommt am Anfang so viele Informationen, die kann man sich gar nicht alle merken. Wichtige Dinge und auch Namen kann man sich in ein Notizbuch eintragen.»

5. Alteingesessene respektieren
Es gilt, die soziale Rangordnung im Unternehmen schnell zu begreifen: Die wichtigste Stellung haben meist die Mitarbeiter, die schon die längste Zeit im Unternehmen sind. «Unabhängig von der fachlichen Qualifikation muss man allein diese Tatsache würdigen», rät Peter Modler. Bei offenen Fragen oder Unsicherheiten sollte man sich nicht scheuen, diese Mitarbeiter um Rat zu fragen. «Die Alteingesessenen haben oft einen über zehn Jahre gereiften Erfahrungsschatz, der für neue Mitarbeiter enorm wichtig ist.»

6. Vorsicht mit dem Duzen
Die Umgangsformen seien branchenabhängig. «In einem jungen Start-Up-Unternehmen sagt man vielleicht nur freundlich «Hallo» und duzt sich sofort», erläutert Modler. Aber gerade am Anfang sei ein Handschlag nie verkehrt. Auch mit dem Duzen sollte man vorsichtshalber zurückhaltend sein. «Es wäre ärgerlich, wenn man alle duzt und dann merkt, dass sich die Kollegen gegenseitig nur siezen.» Der Schritt vom «Sie» auf das «Du» ist schnell gemacht, umgekehrt werde es schwierig.

7. Anfangs Zurückhaltung üben
Trotz freundlichem und offenem Auftreten sollte man sich am Anfang mit eigenen Ideen zurückhalten: «Später ist dann Schritt für Schritt mehr Reformeifer gefragt», meint Woischwill.

8. Feedback erbitten
Auch sei es ratsam, in den ersten Wochen regelmäßig Feedback vom Vorgesetzten zu erbeten. Dazu brauche man zwar ein bisschen Mut, «aber ohne direkte Rückmeldung wird man immer unsicherer und dann arbeitet man auch schlechter», ist Peter Modlers Erfahrung.

9. Nicht aufdrängen
Aufdrängen sollte man sich aber nie - weder zum Kantinengang noch zu anderen Aktivitäten. Besser ist, vorsichtig anzufragen: «Nehmen Sie mich mit in die Kantine? - Damit erkennt man an, dass einem die anderen etwas voraus haben», sagt Modler. Wer in der Mittagspause Abstand benötigt, um die Batterie aufzuladen, sollte sich nicht mitschleppen lassen. «Wenn man das höflich sagt, sehen die anderen, der ist freundlich, sagt aber auch klar was er will», erklärt Öttl.

10. Private Kontakte nicht zuerst in der Abteilung suchen
Ist der neue Job in einer fremden Stadt, muss auch ein neuer Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut werden. Private Kontakte sollte man aber nicht gleich am Anfang in der eigenen Abteilung suchen. Das kann unprofessionell wirken. «Besser man trifft auf dem Gang oder in der Küche Neulinge aus anderen Abteilungen, die in der gleichen Situation sind und freundet sich mit ihnen an», sagt Karriereberaterin Christine Öttl aus München. (nz/dpa)