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Kollektivstrafe für veröffentlichte Matheklausuren: 

Schule schlampt, Schüler schwitzen

16. Jun 2008 15:02
Viele Berliner Schüler müssen erneut büffeln
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Tausende Schüler haben in Berlin gegen die Wiederholung ihrer Prüfungen im Fach Mathematik demonstriert. Neue Details stellen die frappierenden Schnitzer der Schulverwaltung bloß. Nachsitzen.

Die oberste Autorität bleibt hart: Die Berliner Schulverwaltung hält trotz Protesten von Schülern und Eltern an der Wiederholung einer Mathematik-Prüfung für rund 28.000 Schüler fest. Die Klausur für Zehntklässler muss am 23. Juni noch einmal mit neuen Aufgaben geschrieben werden, nachdem vor der ersten Prüfung die Aufgaben in etwa 60 von 346 beteiligten Schulen vorab in den Besitz zahlreicher Schüler gelangt waren.

Am Montag demonstrierten rund 3000 Schüler vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte friedlich gegen die Wiederholung der Prüfung. Auf Plakaten hieß es «Nachschreiben? Nicht mit uns!» oder «Schulbehörde passt nicht auf, nun nimmt das Unrecht seinen Lauf.» Gegen die Wiederholung der Prüfung haben inzwischen Schüler und Eltern sowie die Landeselternvertretung juristische Prüfung und eventuelle Klagen angekündigt.

Prüfungen lagen auf dem Kopierer

Ungerecht sei es, dass wenige gepfuscht haben, aber alle für das Vergehen büßen müssen und deswegen «keine Kollektivschuld hinnehmen wollen», wie der Vorsitzende des Landeselterausschusses, André Schindler, im «Spiegel« kritisiert.

Pikant ist außerdem, dass offenbar die Schulverwaltung selbst Schuld an der Nachschreibtragödie ist: Sie schickte die geheimen Dokumente aus Sparsamkeit in einem Bündel zusammen mit Deutsch-, Englisch oder Französischaufgaben über einen Kurierdienst, wie das Nachrichtenmagazin schreibt. Anstelle einer Versiegelung seien die brisanten Papiere nur mit einfachem Klebeband verschlossen gewesen.

Zudem hätten sie nach dem Öffnen schlecht bewacht in den Sekretariaten gelegen – in einer Schule im Bezirk Reinickendorf hätten sie sogar auf dem Kopierer gelegen. Die technisch gut ausgerüsteten Schüler hätten die Aufgaben mit Handy fotografiert und auf den Schulhöfen und im Internet verbreitet. Wie die »Bild«-Zeitung herausgefunden haben will mit einer rapiden Wertsteigerung: bis zu 120 Euro sollen geflossen sein für die Blätter, die das Mathe-Abitur bedeutet hätten. (dpa/nz)


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