Zukunft des Gaststättengewerbes:
Perspektiven – nicht nur für Koch und Kellner
10. Jun 2008 15:49
 |  In der Gastronomie gibt es zahlreiche Jobs - nicht nur für Köche | Foto: dpa |
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Nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbandes werden einige der vorhandenen Berufe häufig von den Bewerbern übersehen. Auch Hauptschüler könnten hier Karriere machen, teilte die Organisation mit.
Die Berufsperspektiven im Hotel- und Gaststättengewerbe werden oft unterschätzt. Für Schulabgänger lohne es sich, über eine Ausbildung in der Branche nachzudenken, sagte Sandra Warden, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), in Berlin.
Einige der Berufe seien kaum bekannt und würden deshalb von Bewerbern schlicht nicht beachtet. Das gilt zum Beispiel für die Fachleute für Systemgastronomie oder die Fachkräfte im Gastgewerbe, die in nur zwei Jahren ausgebildet werden. Gerade der zweite Ausbildungsberuf bietet auch Hauptschülern gute Aussichten.
«Das schreckt viele ab»
Der Hotel- und Gaststättenverband geht davon aus, dass bereits in diesem Jahr viele Lehrstellen unbesetzt bleiben. Wegen der rückläufigen Schülerzahlen werde das Problem in den kommenden Jahren noch zunehmen, sagte Warden. Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden gebe es aber auch, weil viele Jugendliche offenbar keine Lust auf Dienstleistungsberufe haben, sagte die Verbandsgeschäftsführerin. «Das schreckt viele ab.» Oft liege es aber auch an dem falschen Bild, das sich Schulabgänger von den Berufen der Branche machen: «Veranstaltungskaufleute gelten als cool. Da denken viele an große Bankette, beim Fachmann für Systemgastronomie dagegen eher ans Burger-Braten», sagte Warden. «Dabei sind beide Berufe von den Inhalten her sehr ähnlich.»
Viele Aufstiegsmöglichkeiten
Weil das Image des einen viel besser sei als das des anderen, sei auch die Bewerberzahl viel größer. Dabei eröffneten sich auch für Fachleute für Systemgastronomie viele Möglichkeiten für einen Aufstieg. Sie lernen, viele Filialen nach einem standardisierten Gastronomiekonzept zu betreiben, vom Einkauf zum Menü bis hin zum Service. Dieses System wird besonders im florierenden Fastfoodbereich eingesetzt. Ohnehin habe die Ausbildung in der Hotel- und Gaststättenbranche noch einen höheren Stellenwert als in anderen Wirtschaftszweigen, sagte Sandra Warden: Der Weg von der Ausbildung bis ganz nach oben in die Leitungsebene beispielsweise eines Hotels sei nach wie vor realistisch.
Beruf als Koch besonders gefragt
Auch Hauptschüler könnten Karriere machen, «wenn sie sich auf den Hosenboden setzen». Voraussetzung sei allerdings, dass sie keine massiven Schwächen in Fächern wie Mathe, Deutsch und Englisch haben. «Und ohne Weiterbildung geht es nicht.» Die aber sei in der Hotelbranche ohnehin schon immer üblich gewesen. Insgesamt gab es in der Branche im vergangenen Jahr gut 107.000 Auszubildende in allen Lehrjahren. Mit gut 18.000 neuen Ausbildungsverträgen war der Koch der gefragteste Beruf, vor dem Hotelfachmann mit gut fast 13.000, dem Restaurantfachmann mit fast 7400, der Fachkraft im Gastgewerbe mit gut 4800 und dem Fachmann für Systemgastronomie mit knapp 2800 neuen Azubis.
Für Jugendliche, die bereits eine Ausbildung zum Fachmann oder zur Fachfrau für Systemgastronomie machen oder sich dafür interessieren, gibt es jetzt eine neue Community im Internet: Sie heißt Gast-star.de und soll dazu dienen, Erfahrungen bei Bewerbungen und während der Ausbildung auszutauschen und Informationen aus erster Hand zu erhalten. (dpa)