09.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Vor allem Frauen arbeiten im Niedriglohnsektor
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor allem Frauen sind von den Niedriglöhnen betroffen. Bessere Chancen ergeben sich, wenn man das Unternehmen wechselt. Doch unterm Strich schafft nur jeder Achte den Sprung auf eine höhere Gehaltsstufe. Beschäftigte mit geringem Einkommen haben nach Beobachtungen von Arbeitsmarktforschern kaum Chancen auf einen Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsgruppen. Nur jeder achte Geringverdiener schafft den Sprung über die sogenannte Niedriglohnschwelle von 1779 Euro im Westen und 1323 Euro im Osten, berichtet das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Beschäftigte mit geringem Einkommen haben nach Beobachtungen von Arbeitsmarktforschern kaum Chancen auf einen Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsgruppen. Nur jeder achte Geringverdiener schafft den Sprung über die sogenannte Niedriglohnschwelle von 1779 Euro im Westen und 1323 Euro im Osten, berichtet das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Die von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg unterstützten Forscher des Instituts untersuchten die Erwerbsbiografien von Männern und Frauen, die 1998 und 1999 zur Gruppe der Geringverdiener zählten. Rund ein Drittel von ihnen konnte sich auch nach rund sechs Jahren Lohn oder Gehalt nicht über die sogenannte Niedriglohnschwelle steigern, heisst es in einer Studie des IAB.
13,3 Prozent bekamen nach sechs Jahren einen höheren Lohn, 13,5 waren teilzeitbeschäftigt und 10,1 Prozent arbeitslos. Von knapp einem Drittel lagen keine Informationen vor. Sie waren entweder ganz aus dem Erwerbsleben ausgeschieden oder hatten sich selbstständig gemacht, vermuten die Arbeitsmarktforscher. In den vergangenen Jahren ist nach ihren Erkenntnissen der Niedriglohnsektor kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile gehöre jeder sechste Vollzeitbeschäftigte zu den Geringverdienern.
Frauen haben weniger Chancen aufzusteigenFrauen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler überproportional von niedrigen Löhnen betroffen. Obwohl sie nur 35 Prozent der Vollzeitbeschäftigten stellten, seien fast 60 Prozent von ihnen Geringverdiener. Frauen hätten zudem besonders geringe Chancen, in höhere Gehaltsstufen aufzusteigen. Hatte dies innerhalb des sechsjährigen Untersuchungszeitraum jeder fünfte Mann geschafft, sei dies nur jeder zehnten Frau gelungen.
Abhängig ist nach Beobachtungen der Forscher der Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsklassen auch von der Betriebsgröße. In Großbetrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern sei die Chance doppelt so groß wie in Kleinbetrieben mit maximal 20 Beschäftigten. Auch Betriebswechsel verbesserten die Chance, das Schicksal des Geringverdieners abzuschütteln. Von den Betriebswechslern sei dies fast jedem zweiten gelungen. Dies sei allerdings wenig überraschend, da der höhere Lohn oft der Grund für eine berufliche Veränderung sei. (dpa)