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Gering qualifizierte Jugendliche: 

Keine Bildung, kein Bock, kein Job

04. Jun 2008 14:03
Früh übt sich: Motivierte Schüler haben bessere Jobchancen
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Keine Motivation, keine Perspektive – es scheint ein Teufelskreis: Jugendliche, die nicht gut ausgebildet sind, haben wenig Chancen auf einen Job und damit noch weniger Anreiz, besser zu lernen.

Eine Null-Bock-Haltung macht sich schlecht bei zukünftigen Chefs und nicht nur bei denen: Gering qualifizierte Jugendliche haben nach Auffassung von Arbeitgebern, Lehrern und Sozialarbeitern aufgrund fehlender Motivation und mangelnder sozialer Kompetenz schlechte Jobaussichten.

Drei Viertel der Befragten nannten in einer Umfrage die geringe Leistungsbereitschaft, schlechte Grundkenntnisse im Rechnen und Schreiben sowie Unzuverlässigkeit als Haupthindernisse für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am Mittwoch in Berlin berichtete.

Auch im Niedriglohnsektor keine Chancen

Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte im Auftrag der Initiative 250 private Arbeitgeber, 130 Sozialarbeiter, die gering qualifizierte Jugendliche betreuen, und 126 Schulleiter und Klassenlehrer an Haupt-, Real- und Förderschulen. Die Einschätzungen in allen drei Gruppen seien erstaunlich übereinstimmend gewesen, sagte der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Max Höfer.

91 Prozent der Arbeitgeber bezeichneten die Chancen als schlecht oder sehr schlecht, dass Jugendliche mit einem schlechtem oder ohne einen Hauptschulabschluss einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen. Bei den Sozialarbeitern und Lehrern waren es 93 Prozent. Auch im Niedriglohnbereich sei der Bedarf an gering Qualifizierten klein, meinten deutlich mehr als die Hälfte der Befragten.

Laxe Arbeitshaltung

Fehlendes Bewusstsein für Regeln und Vorschriften, geringes Durchhaltevermögen sowie eine Geringschätzung des Berufes wurden den Jugendlichen häufig attestiert. 79 Prozent der Arbeitgeber meinten, diesen Jugendlichen komme es vor allem darauf an, dass die Arbeit Spaß mache und der Arbeitsplatz gut erreichbar sei. Sozialarbeiter und Lehrer teilten zu 69 beziehungsweise 67 Prozent diese Einschätzung. Übereinstimmend waren die Befragten auch der Meinung, dass den Jugendlichen ein guter Lohn wichtig sei.

89 Prozent der Arbeitgeber sprachen sich dafür aus, dass Jugendliche den Hauptschulabschluss nachholen sollten, um ihre Chancen zu verbessern. Einen staatlichen Lohnzuschuss für die Jugendlichen hielt jeder dritte befragte Arbeitgeber für sinnvoll. Dieses Kombilohn-Modell befürworteten vor allem Chefs kleinerer Unternehmen. (epd)


 
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