Dazu gehörten aber auch motivierte Angestellte, betont Schnurr. Wenn diese Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen könnten, zahle sich das letztlich auch für das Unternehmen aus. «Wir haben eine sehr zufriedene Mitarbeiterschaft.» Fluktuation, Kranken- und Fehlzeiten seien gering. «Wir stehen überproportional gut da.» Außerdem seien junge Mütter nicht mehr nach zwei, sondern bereits nach einem Jahr nach der Geburt wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Firma hat nach eigenen Angaben vor rund drei Jahren die familienfreundlichen Angebote entwickelt, weil mehrere Mitarbeiterinnen gleichzeitig schwanger wurden und sie für die Zeit nach der Geburt in der Firma gehalten werden sollten.
Mitte Mai hatte von der Leyen bei der Wirtschaft um mehr Verständnis für die Belange von Familien geworben: Durch flexible Arbeitszeiten und Angebote zur Kinderbetreuung könnten Unternehmen einen großen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. «Wer seinen Betrieb für die Zukunft fit machen will, braucht qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und für diese gewinnen familienfreundliche Lebens- und Arbeitsbedingungen immer mehr an Bedeutung», erklärt auch Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD). «Familienbewusstsein entwickelt sich immer mehr zum Wettbewerbsvorteil.» Den Initiatoren zufolge hatten sich bei dem diesjährigen Wettbewerb «Erfolgsfaktor Familie» mehr als 500 Firmen beworben - 40 Prozent mehr als noch 2005. Mit dem Unternehmenswettbewerb sollen gute Beispiele für familienfreundliche Angebote vorgestellt werden. Die Aktion wird den Angaben zufolge vom Bundesfamilienministerium ausgeschrieben und steht unter der Schirmherrschaft von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Vorstand Schnurr zufolge ist das Modell seiner Firma «ein Novum» zumindest in der regionalen Immobilienbranche. Die politischen Rahmenbedingungen für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf hält er für ausreichend. Jede Firma müsse ihren eigenen Spielraum nutzen. «Ich wünsche mir, dass sich das Denken in den Köpfen ändert.» (Leticia Witte, dpa)