Mehr Verantwortung in der Ausbildung:
Azubis schwingen das Zepter
22.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Die Betriebe müssen immer mehr um Azubis werben, daher werden solche Aktionen heute mehr wahrgenommen als beispielsweise vor zehn Jahren», erklärt Andreas Truglia von der IHK Berlin. Wie viele Unternehmen mittlerweile so vorgehen, kann aber nicht benannt werden. Auch einen bundesweiten Überblick gibt es nicht. Bei Kaufland stehen allein in diesem sechs Projekte an, unter anderem in Hof und Berlin-Lichterfelde.
Dem stimmt auch Stefanie Heckel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zu. «Es muss eine Begleitung durch Ausbildungsverantwortliche erfolgen, damit die Lehrlinge qualifiziert Kenntnisse erwerben können», sagt Heckel.
Das wird sowohl in Betrieben aus der freien Wirtschaft als auch bei sozialen Trägern wie dem Internationalen Bund (IB) umgesetzt, der seine Lehrlinge von den Arbeitsagenturen übernimmt. So bewirtschaften die Auszubildenden zwar das «Hotel Kurfürstendamm am Adenauerplatz» oder das Restaurant «Pond Arosa» in Reinickendorf zum großen Teil selbst, die eigentliche Verantwortung tragen jedoch immer noch erfahrene Führungskräfte.
Er steht in der 450 Quadratmeter großen Küche des Ausbildungsrestaurants «Pond Arosa». Hier arbeiten insgesamt 30 junge Männer und Frauen. Das Restaurant wurde 2005 eröffnet und laufe sehr gut, sagt Großer. «Wir haben einen hohen Anteil an Stammgästen.»
In einem Außenpraktikum habe sie inzwischen gesehen, wie es in einem «normalen» Restaurant zugeht. Das sei ein wenig enttäuschend gewesen, «nachdem wir bei uns so viel machen können», meint Reche. «Ich möcht's nicht mehr missen wollen, ganz ehrlich.» Die anderen Azubis nicken. Ihre Begeisterung für das Ausbildungskonzept schlage sich auch deutlich in den Ergebnissen nieder, berichtet Heiko Großer. «Die Hotels vom freien Markt rufen jetzt bei uns an und fragen, ob wir nicht einen Lehrling für sie haben.» (Wiebke Lehnhoff, dpa)

