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Berufsbild im Wandel: 

Maschinenführer sind gefragt wie nie

13. Mai 2008 11:23
Stahlrollen in der Metallindustrie werden von Maschinenführern bewegt
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Was früher mit Muskelkraft in Schweiß und Schmutz bewegt wurde, erledigen heute Computer. Dennoch ist die Arbeit anspruchsvoll: Oft muss ein Maschinenführer mehrere Maschinen gleichzeitig bedienen.

Körperliche Schwerarbeit in schmutzigen Werkshallen ist in Deutschland Geschichte. In modernen Fabriken sind meist Automaten und computergestützte Systeme im Einsatz. Wer sich damit auskennt, hat gute Karten am Arbeitsmarkt. «Der Maschinen- und Anlagenführer bietet unter den Berufen mit zweijähriger Ausbildung die meisten Anschlussmöglichkeiten», sagt Sven Räß vom Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Berlin.

Vor allem in Unternehmen der Metall- und Kunststoffindustrie werden die Maschinenführer gebraucht. Aber auch in Textil-, Lebensmittel- und Papierverarbeitungsbetrieben sind sie gesuchte Arbeitskräfte. Bei der Papierherstellung arbeiten sie überall dort, wo die Bögen schon trocken sind, sagt Thomas Müller, Leiter des Geschäftsbereiches Berufsbildung am Papierzentrum Gernsbach (Baden-Württemberg). Die Einrichtung ist Deutschlands einzige Ausbildungsstätte für die Papierbranche. Vor allem in der Textilbranche müssen die Anlagenführer oft mehrere Maschinen gleichzeitig bedienen.

Schichtarbeit ist üblich

Richtig mitarbeiten müssen sie von Anfang an. Die Facharbeiter lesen Messwerte an Leitständen ab, holen Ersatzteile oder füllen Öl nach. Das Vorbereiten der Arbeitsabläufe, Nachfüllen von Kühl- und Schmierstoffen und das Austauschen von Verschleißteilen zählen ebenso zu ihren Aufgaben wie das Steuern des Materialflusses, so die Bundesagentur für Arbeit.

Schichtarbeit gilt als üblich, wo rund um die Uhr produziert wird. Muskelkraft hilft, wenn schwere Teile von Hand zu bewegen sind. Doch oft übernimmt das der Computer. Um Gehör- oder Atemschutz, Gummistiefel oder Kopfbedeckung kommen die Beschäftigten überall dort nicht herum, wo Lärm, Staub oder die Hygiene es erfordern. Schüler können sich direkt in den Betrieben bewerben. Ein guter Hauptschulabschluss gilt dafür als Voraussetzung, sagt Räß. Etwa jeder vierte Azubis hat der Bundesagentur für Arbeit zufolge einen mittleren Bildungsabschluss. Ein Prozent hat die Hochschulreife, genauso viele keinen Schulabschluss. Weitere zehn Prozent haben eine Berufsfachschule und sechs Prozent ein Berufsvorbereitungsjahr absolviert. Der Beruf ist bislang eine Domäne der Männer: Nur sechs Prozent der Lehrlinge sind weiblich. «Wir hätten gern mehr», so Räß.

Der Bedarf wächst

Angehende Maschinen- und Anlagenführer machen eine duale Ausbildung: In der Berufsschule erlernen sie in zwei Jahren die Theorie für die Arbeit. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Steuerungs-, Regel- und Fertigungstechnik oder das Warten von Anlagen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Praxis im Betrieb. Schon während der Lehre herrscht dort mitunter Zeitdruck. Azubis sollten sich auch daran gewöhnen, dass größere Anlagen manchmal nur über Leitern erreichbar sind.

«Nach der Abschlussprüfung starten die Facharbeiter ins Berufsleben oder wählen einen aufbauenden Ausbildungsberuf», erklärt Räß. Im dritten - fakultativen - Lehrjahr lernen die künftigen Maschinen- und Anlagenführer dann Spezialwissen der gewählten Branche wie Textiltechnik oder -veredelung, Lebensmitteltechnik oder Druckweiterverarbeitung. Die zwei Lehrjahre davor werden angerechnet. «Für Jugendliche, die spät die Kurve kriegen, ist das ideal.»

«Die Betriebe bilden zunehmend aus, weil sie die Leute brauchen», erklärt Räß. Die Chancen auf eine Übernahme nach der Lehre seien daher sehr gut. Der Bedarf wachse schon aus demografischen Gründen. Je nach Bundesland bringt nach Angaben des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ein Maschinen- und Anlagenführer laut Tarif zwischen 2000 und 2200 Euro brutto im Monat nach Hause. (Katlen Trautmann, dpa)


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