08.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Eine der bekanntesten Chefinnen: Margret Suckale von der Deutschen Bahn
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Angeblich haben Frauen die besseren Führungsqualitäten, weil sie teamfähiger sind - im Gehalt schlägt sich das allerdings weniger nieder. Dies werde jedoch schon in Stellenausschreibungen verschleiert, bemängeln Karrieredienste.
Frauen verdienen als Firmenchef in Deutschland im Schnitt 20 Prozent weniger als Männer. Das ergibt sich aus einer Befragung der Beratungsfirma Kienbaum in Gummersbach in fast 900 Unternehmen. Demnach besetzen Frauen hierzulande nur fünf Prozent der Geschäftsführerposten und zehn Prozent der leitenden Stellen innerhalb von Unternehmen.
Die meisten weiblichen Führungskräfte gibt es laut der Studie in Personalabteilungen: Dort sind rund ein Drittel der Chefs Frauen. In der Werbung und der Öffentlichkeitsarbeit liegt der Anteil weiblicher Vorgesetzter immerhin noch bei 22 und im Rechnungswesen bei 16 Prozent.
Zwar bringen mit der Bildungsexpansion in Deutschland immer mehr Frauen die formalen Qualifikationen für eine Managementkarriere mit, doch das Wissen um Einkommensnachteile motivierten nicht gerade zum Aufstieg, so der Karrieredienst «Experteer». Die Gründe für die starke Gehaltsdifferenzen seien vielfältig: häufigere Berufsunterbrechungen oder kürzere Berufserfahrung. Es seien aber auch noch immer Vorurteile gegenüber Frauen für die Benachteiligung im Berufsleben verantwortlich.
Experteer weist darauf hin, dass es die «Intransparenz bei Löhnen und Gehältern» bereits bei der Stellenausschreibung an fange. «Denn nur einer von 1000 Top-Stellenangebote wird in Deutschland vom suchenden Unternehmen mit einem aussagekräftigen 'Preisschild' versehen», wie eine Experteer-Analyse von 30.000 Führungspositionen ergeben habe. Mehr Offenheit sei hier nötig.(dpa/nz)