22.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Löffelbieger und "Mystifier" Uri Geller
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mind-Doping ohne Nebenwirkungen, Gotteswahn unterm Weihnachtsbaum und die Ufo-Show des israelischen «Mystifiers» und Löffelbiegers Uri Geller, verlinkt das Wochenendwissen .
In den
Brainlogs zitiert Stephan Schleim eine Umfrage der Zeitschrift Gehirn&Geist. Den Lesern der Onlineausgabe wurden verschiedene Fragen zum Thema Mind-Doping gestellt.
NeuronenfeuerwerkDie Ergebnisse sind erstaunlich, 60 Prozent würden Mittel zur geistigen Leistungssteigerung nehmen, wenn sie ohne Nebenwirkungen und legal erhältlich wären. Nur etwa ein Viertel würde auch dann auf solche Mittel verzichten.
«Sollten bestimmte Berufsgruppen wie Piloten oder Busfahrer dazu verpflichtet werden, Medikamente zur Steigerung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit einzunehmen, sofern Nebenwirkungen ausgeschlossen sind?»
Das lehnen 86 Prozent der Teilnehmer ab. Auch im Interesse der Sicherheit möchten nur wenige die
Freiheit des Einzelnen opfern, folgert Schleim.
Finger weg von der smarten Pille, meint Michael Wald und kommentiert die ganze Angelegenheit mit einem
schönen Bibelzitat: «Viel Wissen, viel Ärger, wer das Können mehrt, der mehrt die Sorge» (Prediger bzw. Kohelet Kap. 1 Vers 18, Einheitsübersetzung, Herder).
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EvolutionstheorieSandra Thal versetzt uns in den
Wissenlogs einen Pisa-Schock. Follgende Frage wird den Schülern gestellt:
Welche der folgenden Aussagen trifft am besten auf die Evolutionstheorie zu? A. Die Evolutionstheorie gilt für Tiere, nicht aber für den Menschen.
B: Die Evolution ist eine Theorie, die durch Forschung bewiesen worden ist.
C: Die Evolution ist eine wissenschaftliche Theorie, die sich gegenwärtig auf zahlreiche Beobachtungen stützt.
Erschütternderweise ist laut den Machern der Pisa-Studie C die richtige Antwort. Von Mendel bis zur Genforschung, die Evolutionstheorie wird von einer Vielzahl von Experimenten gestützt. All diese Befunde zu Beobachtung zu degradieren zeugt von einer
beachtlichen Ignoranz.
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Uris Ufo-ShowFlorian Freistetter ist ein
Mann der Extreme, vor wenigen Wochen setzte sich der tapfere Kämpfer im Dschungel der Unwissenheit einem
Vortrag Erich von Dänikens aus. Am 15.08.2008 ging er noch einen Schritt weiter und schaute sich Uri Gellers Alien-Show auf ProSieben an. Aber damit nicht genug, während der Sendung gab es auf
Astrodicticum Simplex ein Liveblog. Die verstörten Zuschauer
posteten sich verzweifelt die Seele aus dem Leib.
Die TV-Macher sind mit der Sendung in Dimensionen vorgestoßen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Selbst eingefleischte Ufo-Jünger konnten mit der Show des israelischen Löffelbiegers nichts anfangen. «Gibt es intelligentes Leben auf dem Planeten ProSieben», fragt Christian Ihle in seiner
Schmähkritik und gibt auch postwendend die Antwort: «Offenbar nicht!»
«Ich denke gar nichts»Gäste in der mit jeder Menge «Fakten» angereicherten und sorgfältig recherchierten Sendung war unter anderem Ufo-Experte Däniken und Nina Hagen, die mit dem bemerkenswerten Satz, «Ich denke gar nichts» auf sich aufmerksam machte. Ein weiterer «Experte» war der per Telefon zugeschaltete ehemalige Astronaut Edgar Mitchell, der sagte, «Ich weiß mit Bestimmtheit, dass wir Menschen nicht allein im Universum sind.»
Na dann...
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Netzsplitter
«Wie ein Apfel beschaffen»Die Erde ist eine Scheibe der offiziellen Kirchenmeinung im finsteren Mittelalter folgend. Michael Blume räumt in den
Chronologs mit diesem Vorurteil auf. Wir lernen, dass «in
Predigtbüchern für die Landgeistlichen wurde darauf verwiesen, dass die Erde 'wie ein Apfel' beschaffen sei.»
Weihnachtsgeschenke, die klug machenIm
Sciblog finden wir eine Liste mit den besten Wissenschaftsbüchern in sechs Kategorien, gewählt von einer namhaften Jury. Auf den ersten Platz in der Kategorie «Zündstoff das brisante Buch» wurde ein Klassiker der Wissenschaftsliteratur gewählt, «Der Gotteswahn» von Richard Dawkins und genau da gehört dieses Werk auch hin. Der Oxforder Biologe ist glühender Atheist, er diskutiert und widerlegt auf beeindruckende Weise verschiedene Gottesbeweise. Wer dieses Buch gelesen hat, der
fällt garantiert vom Glauben ab.
Frohes Fest!
Für das Web ediert von Patrick Loewenstein