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US-Vorwahlen: 

Adé Hillary

05. Jun 2008 17:57
Keine konstruktive Zusammenarbeit: Clinton und Obama.
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Barack Obama und Hillary Clinton als Dreamteam im Weißen Haus? No way, meint Bettina Meier. Die beiden demokratischen Politiker könnten verschiedener nicht sein.

Ihr Gnatz nach der Niederlage zeigt: Hillary Clinton ist eine schlechte Verliererin und eine unglaubwürdige Vize-Präsidentin. Bis zur letzten Auszählung verharrte sie in ihrer Hoffnung auf ein Wunder. Sie könne noch gewinnen, tönte sie, obwohl massenhaft Deligierte zu Obama überliefen.

Nachdem klar war, dass Obama genug Stimmen auf sich vereinte, wartete Clinton die Ergebnisse der Vorwahlstaaten Montana und South Dakota ab. Die waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausschlaggebend, das Rennen war gelaufen, Clinton geschlagen. Doch anstatt Obama nach seinem Sieg zu gratulieren, attestierte sie ihm nur einen tollen Vorwahlkampf.

Zugleich verkündete sie vor 20 Parteigenossen, dass es nun an der Zeit sei, die Demokraten zusammenzuführen. Es gebe «zwei Flügel in der Partei», und es sei ihre Verpflichtung, beide zu vereinen. Clinton erklärte ihr Interesse für das Vizepräsidentenamt, noch bevor sie ihre Niederlage im Rennen mit Obama einräumte. Gekränkte Verlierer sind selten gute Gewinner. Auch wenn es nur um das Amt des Vizepräsidenten geht.

Obama schweigt und sondiert

Gegen Clinton als Vizepräsidentin spricht auch, dass sie nicht gern im Schatten steht. In der Verfassung der Vereinigten Staaten hat der Posten des Vizepräsidenten aber keine große Bedeutung. Es ist ein Repräsentationsamt mit wenigen Exekutivfunktionen. So war Dick Cheney jahrelang ein unbekanntes Wesen neben George W. Bush.

Das bestätigt auch die Reaktion Obamas auf Clintons Interesse an diesem Amt. Statt Clinton unterstützend zuzunicken, bildete er flugs ein dreiköpfiges Team, das jetzt mögliche Kandidaten für das Vizepräsidentsamt vorschlägt. Und die Liste ist nicht kurz: Laut dem US-Magazin «The Atlantic» sind unter dem Dutzend Anwärter Größen wie John Edwards, Bill Richardson und der sehr erfahrene Parlamentarier Joe Biden.

Mit Hillary kein Neuanfang

Auch politisch ist das Duo Obama-Clinton schwer vorstellbar. Ein 46-jähriger Präsidentschaftskandidat wird sich schwerlich von einer 60-jährigen Clinton, die Erfahrung als First Lady und Senatorin mitbringt, reinreden lassen. Schon gar nicht, wenn Hillary ihren Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, Huckepack mitbringt. Der soll sie laut «Time» gedrängt haben, sich als Vize zu bewerben. Inoffiziell würde er dann mitreden können an der Spitze der Regierung. Obama würde das keinesfalls zulassen.

Obama und Clinton polarisieren wie nie zuvor. Clinton gilt als Hardlinerin besonders in der Verteidigungs- und Außenpolitik. Ihre Fehler im Wahlkampf und ihr legendäres Ja zum Irakkrieg vor Jahren im Kongress könnten auf Obama abfärben und seine Botschaft von Neuanfang und Wandel in den USA gefährden.

Zwar könnte Clinton helfen, mehr Frauenstimmen, ärmere weiße Wähler und Latinos für Obama zu gewinnen, aber auch Obama wird mehr schwarze Wähler mobilisieren als je zuvor in einem US-Wahlkampf. Zudem hat Clinton viele demokratische Wähler verärgert, weil sie trotz ihrer absehbaren Niederlage das Wahlschauspiel aufrecht erhielt und dadurch Uneinigkeit im demokratischen Lager suggerierte.

Amerika gegen zwei Minderheiten

Und noch etwas spricht gegen das gemischte Demokratendoppel: Obama wäre der erste schwarze US-Präsident, Clinton an seiner Seite die erste US-Vizepräsidentin. Damit würde das in weiten Teilen konservative Amerika gleich zwei Tabus brechen. Und das wäre selbst für die Demokraten, denen auch viele konservative Wähler angehören, sehr fortschrittlich.

 
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